Tiere haben im Laufe der Evolution beeindruckende Mechanismen entwickelt, sich zur Wehr zu setzen oder Beutetiere zu schlagen.
Hier folgt ein kleiner Abriß.
Die tierischen Gifte sind meist hochspezifische und hochpotente Stoffe mit Peptidcharakter ( Grundbausteine also Aminosäurenketten ), die bevorzugt gegen das zentrale Nervensystem des Opfers gerichtet sind. Beonders viele "giftige" Tiere kommen im tropischen Regenwald und in tropischen Korallenriffen vor.
Betrachtet man einmal die Statistik z.B. der Todesfälle durch giftige Tiere in den USA, so wird deutlich, dass erstaunlicherweise die Insekten besonders wehrhaft sind. Hier besonders Bienen und Wespen. Erst danach folgen die Giftschlangen mit hohem Anteil der Klapperschlangen. Spinnen, Skorpione, Nesseltiere und Stachelrochen erreichen in der Summe kaum die vorgenannten Tierarten.
Sehr grob können die Gifte in biogene Amine, Enzyme und Polypeptide eingeteilt werden.
Die biogenen Amine wie Histamin, Serotonin und Kinine wirken entzündungsfördernd, schmerzbildend und blutdrucksenkend. Genannte Stoffe kommen auch von Natur aus im menschlichen Körper vor. Histamin z.B. hat Bedeutung bei der Entstehung von allergischen Reaktionen.
Enzyme ( als Oberbegriff für Proteine, die etwas "machen" oder besser : katalysieren ) finden als Hyaluronoxidasen ( lockert das Bindegewebe auf ) , Phospholipasen ( zerstören die Phospholipidmembran der Zellen und fördern die Entzündungsfaktorensynthese ) und Proteasen ( proteinspaltende Enyzme ) Verwendung.
Polypeptide wirken meist auf das Nervensystem, das Herz und die Muskeln.
Meeres- und Wassergifttiere
Hohltiere , Weichtiere , Stachelhäuter und Fische führen weltweit zu ca. 40.000 Unfällen und 20.000 Vergiftungen durch Genuß pro Jahr.
Zu den Hohltieren gehören Polypen, Seeanemonen und Quallen. Die Gifte sind Polypeptide mit neurotoxischer Wirkung durch Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle. Ferner haben diese Tiere spezielle Vorrichtungen , sog. Nematocysten entwickelt, welche man sich wie kleine Giftpfeilchen vorstellen kann. Sie bestehen aus einer Spitze für die Injektion, einem Widerhaken und einer gifttragenden Kapsel.
Die portugiesische Galeere für die Quallen:
Die Berührung mit den Tentaklen ist extrem schmerzhaft. Es können beeindruckende Kontakterscheinungen, schmerzhafte Muselkontraktionen, bis hin zu Schock und Atemlähmung resultieren.
Behandelt werden kann mit Antiserum und symptomatisch durch Kreislaufstabilisierung, i.v. Calcium und Glucocorticoide ebenso Plasmaexpander, Lokalanesthesie.
Die Kegelschnecke für die Weichtiere:
Kegelschnecken jagen Fische, Würmer und Muscheln. Für den Menschen sind die fischejagenden gefährlich. Ihre Gifte ( Conotoxine ) können zu Taubheit, Muskellähumung und Herzversagen führen.
Stachelhäuter wie Seesterne, Seegurken, Seeigel und Schlangensterne
Ihre Gifte dienen der Abwehr von Fressfeinden. Berührung mit Seegurken z.B. können zu schmerzhaften Hauterscheinungen führen.
Im asiatischem Raum ist die Zubereitung als Trepang sehr beliebt.
Hier kann es zu Vergiftungserscheinungen wie Schleimhautirritationen, oder wenn das saponinartige Gift resorbiert wird, zu Hämolyse und Lähmungserscheinungen kommen.