Hunde-United - Dein Hundeforum
Navigation
Zurück   Hunde-United - Dein Hundeforum > Andere Haustiere > weitere Haustiere


 
 
Themen-Optionen

  #1
Alt 04.04.2008, 14:03
Dr.House
Gast
 
Benutzerbild von Dr.House
 
Beiträge im Hundeforum: n/a
Tierische Gifte - Wie sich Tiere wehren und wie sie angreifen

Tiere haben im Laufe der Evolution beeindruckende Mechanismen entwickelt, sich zur Wehr zu setzen oder Beutetiere zu schlagen.

Hier folgt ein kleiner Abriß.

Die tierischen Gifte sind meist hochspezifische und hochpotente Stoffe mit Peptidcharakter ( Grundbausteine also Aminosäurenketten ), die bevorzugt gegen das zentrale Nervensystem des Opfers gerichtet sind. Beonders viele "giftige" Tiere kommen im tropischen Regenwald und in tropischen Korallenriffen vor.

Betrachtet man einmal die Statistik z.B. der Todesfälle durch giftige Tiere in den USA, so wird deutlich, dass erstaunlicherweise die Insekten besonders wehrhaft sind. Hier besonders Bienen und Wespen. Erst danach folgen die Giftschlangen mit hohem Anteil der Klapperschlangen. Spinnen, Skorpione, Nesseltiere und Stachelrochen erreichen in der Summe kaum die vorgenannten Tierarten.

Sehr grob können die Gifte in biogene Amine, Enzyme und Polypeptide eingeteilt werden.

Die biogenen Amine wie Histamin, Serotonin und Kinine wirken entzündungsfördernd, schmerzbildend und blutdrucksenkend. Genannte Stoffe kommen auch von Natur aus im menschlichen Körper vor. Histamin z.B. hat Bedeutung bei der Entstehung von allergischen Reaktionen.

Enzyme ( als Oberbegriff für Proteine, die etwas "machen" oder besser : katalysieren ) finden als Hyaluronoxidasen ( lockert das Bindegewebe auf ) , Phospholipasen ( zerstören die Phospholipidmembran der Zellen und fördern die Entzündungsfaktorensynthese ) und Proteasen ( proteinspaltende Enyzme ) Verwendung.

Polypeptide wirken meist auf das Nervensystem, das Herz und die Muskeln.



Meeres- und Wassergifttiere

Hohltiere , Weichtiere , Stachelhäuter und Fische führen weltweit zu ca. 40.000 Unfällen und 20.000 Vergiftungen durch Genuß pro Jahr.

Zu den Hohltieren gehören Polypen, Seeanemonen und Quallen. Die Gifte sind Polypeptide mit neurotoxischer Wirkung durch Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle. Ferner haben diese Tiere spezielle Vorrichtungen , sog. Nematocysten entwickelt, welche man sich wie kleine Giftpfeilchen vorstellen kann. Sie bestehen aus einer Spitze für die Injektion, einem Widerhaken und einer gifttragenden Kapsel.


Die portugiesische Galeere für die Quallen:






Die Berührung mit den Tentaklen ist extrem schmerzhaft. Es können beeindruckende Kontakterscheinungen, schmerzhafte Muselkontraktionen, bis hin zu Schock und Atemlähmung resultieren.

Behandelt werden kann mit Antiserum und symptomatisch durch Kreislaufstabilisierung, i.v. Calcium und Glucocorticoide ebenso Plasmaexpander, Lokalanesthesie.


Die Kegelschnecke für die Weichtiere:

Kegelschnecken jagen Fische, Würmer und Muscheln. Für den Menschen sind die fischejagenden gefährlich. Ihre Gifte ( Conotoxine ) können zu Taubheit, Muskellähumung und Herzversagen führen.


Stachelhäuter wie Seesterne, Seegurken, Seeigel und Schlangensterne

Ihre Gifte dienen der Abwehr von Fressfeinden. Berührung mit Seegurken z.B. können zu schmerzhaften Hauterscheinungen führen.

Im asiatischem Raum ist die Zubereitung als Trepang sehr beliebt.



Hier kann es zu Vergiftungserscheinungen wie Schleimhautirritationen, oder wenn das saponinartige Gift resorbiert wird, zu Hämolyse und Lähmungserscheinungen kommen.
 
  #2
Alt 04.04.2008, 14:41
Dr.House
Gast
 
Benutzerbild von Dr.House
 
Beiträge im Hundeforum: n/a
AW: Tierische Gifte - Wie sich Tiere wehren und wie sie angreifen

Fische wie Stachelrochen, Skorpionsfische, Petermännchen und Welsarten

Skorpionsfische wie der Steinfisch und der Rotfeuerfisch haben einen Giftstachel hinter dem Kopf, welcher beim Darauftreten das Gift der Gifblase durch den mechanischen Druck einspritzt. Dies kann dann zu starken Schmerzen, Lähmungen und Kreislaufkollaps mit Tod nach 8 - 24 Stunden führen. Aufgrund dieser Wirkungen wurde in Malaysia das Gift als Pfeilgift benutzt.

Gegenmaßnahmen: betroffene Gliedmaßen in möglichst warmes Wasser tauchen ( 40-50° C ) , symptomatische Therapie und Antiserum.



Kofferfische für die krinotoxischen Fische

Das Gift ( Pahutoxin ) wird in der Haut gespeichert und bei Gefahr freigesetzt. So kann dieser Fisch sogar Haie wirksam abschrecken.
Ein Verzehr führt zu gastroenteritischen Störungen.



Ein andere Variante:

Tetrodotoxin

Die Substanz stammt eigentlich aus Bakterien, welche mit ihren Wirten in Symbiose leben. Zum Beispiel Krabben. Verspeist man ein solches Tier, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen:

Zuerst prickelndes Gefühl auf den Lippen, Zunge und Rachen. Dann Parästhesie mit Übergang auf die Extremitäten. Anschließend Hyperthermie, Hypotonie, Übelkeit, Brustschmerzen, Muskelkrämpfe und Atemlähmung. Weltweit kommt es zu ca. 125 Todesfällen im Jahr. Mehr als die Hälfte davon in Japan.
 
  #3
Alt 04.04.2008, 15:06
Dr.House
Gast
 
Benutzerbild von Dr.House
 
Beiträge im Hundeforum: n/a
AW: Tierische Gifte - Wie sich Tiere wehren und wie sie angreifen

Gliederfüßler wie Skorpione und Spinnen

Von den 800 Skorpionarten sind 75 giftig. Die 25.000 Spinnenarten sind alle giftig, allerdings nur 1% ist für den Menschen gefährlich.

Weltweit ereignen sich ca. 150.000 Unfälle mit Skorpionen im Jahr, mehr als die Hälfte davon in Mexiko. Von diesen nehmen ca. 1500 einen tödlichen Ausgang.
Die gifte der Skorpione sind 60-70-AS-Polypeptidketten und seltener Biogene Amine . symptome sind heftige Scmerzen und später Taubheit, Konvulsionen, Tachykardie, Arrhythmie, Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen, Atembeschwerden und Tod durch Atemlähmung. Auch hier muß symptomatisch und mit Antiserum behandelt werden.


Unter den Spinnen gibt es z.b. die Vogelspinnen, die Bananenspinnen, die Wolfsspinne und die "Witwen" als gefährliche Arten.

Die schwarze Witwe

Sie ist im gesamten Mittelmeerraum beheimatet und kann ihr Gift weißt eine humane Mortalitätsrate, häufig durch Schlaganfall und Herzversagen, von ca. 3% auf. Symtome einer Vergiftung sind lokale Entzündungen, Lymphknotenschwellung, Muskelkontraktionen, Hyperthermie und -tonie, Kopfschmerzen, Übelkeit, Wahnvorstellungen und Angst. Letale Symptomatiken können sich bis zu 3 Tagen erstrecken.

Behandlung: symptomatisch, Injektion Ca und Latrodectus Antivenin (Latrodectus = Witwen ).
 
 
Themen-Optionen


Benutzer, die diese Seite fanden, suchten u.a. nach:
Suchwolke

tierische gifte

tierische gifte amine

tierische gifte evolution

tierische gifte wirkung


Alle Zeitangaben im Hunde Forum in WEZ +1. Es ist jetzt 07:41 Uhr.
Powered by vBulletin®
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO ©2011, Crawlability, Inc.
Hunde-United.com ist das komplett kostenlose Hundeforum von Boards-United.com