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Beruf : Tierheilpraktiker
Studienangebote zum Tierheilpraktiker gibt es mittlerweile sehr zahlreich. Fraglich ist jedoch in der überwiegenden Zahl dieser Angebote, ob Sie ausreichend auf die Prüfung und vor allem auf eine spätere Praxistätigkeit vorbereitet werden. Vor allem im Bereich der Therapieverfahren erhalten Sie, trotz gegenteiligen Versprechungen, kaum mehr als ein Grundlagenwissen vermittelt. Von der Vermittlung einer therapeutischen Kompetenz kann bei keinem dieser Angebote gesprochen werden.
Das ist die Einleitung eines der Anbieter einer recht seriös erscheinenden 4-jährigen Ausbildung zum Tierheilpraktiker. Ich habe deshalb zunächst mal bei einer Bekannten, die sich gerade in Ausbildung befindet und darüber in einem anderen Forum berichtet hat, "geklaut": Hier wird, wie beim Heilpraktiker in der Humanmedizin, das Lebewesen als Ganzes betrachtet. Nicht die Symptome sollen überdeckt, sondern die Ursache von Störungen und Krankheiten erkannt und beseitigt werden. Die Gesundheitsvorsorge und die Therapie von Tieren steht - im Gegensatz zur Humanmedizin - nicht unter gesetzlichem Vorbehalt. Das bedeutet, dass - entsprechendes Wissen und Können vorausgesetzt - jeder berufs- und gewerbsmäßig Tiere behandeln darf. Tierärzte genießen darüber hinaus die gesetzliche Privilegien für die Anwendung verschreibungspflichtiger Mittel und für bestimmte gesetzlich und amtlich vorgesehene Prüfungs- und Überwachungsaufgaben. Historie: Anfänge tierheilkundlicher Tätigkeit lassen sich über weit mehr als 3000 Jahre zurückverfolgen. Die Heilmethoden beruhten auf von Generationen medizinischer Laien gesammelten und weitergegebenen Erfahrungen, die sehr oft in mythischen und mystischen Vorstellungen wurzelten. Über einen langen Zeitraum wurde die Bekämpfung der Tierseuchen und die Behandlung von krankem Vieh von Leuten, die Ihr Einkommen aus dem Umgang mit Tieren bezogen, ausgeübt. Zu diesen ersten "Tierheilkundigen" zählten Schäfer, Schmiede und Viehhändler, die ihr Wissen innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergaben. Dabei ging es nicht so sehr um das Wohl der Tiere an sich; Menschen wollen ihre Rendite, die sie aus Nutz-Tieren beziehen, optimieren. Allmählich entdecken wir Tierheilpraktiker die artgerechte und natürliche Haltung so wie die Heilung von kranken Tieren wieder neu. Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker: Paracelsus führt ein Ausbildungsprogramm durch, dessen Ziel die Qualifikation zur Ausübung des THP Berufs in eigener freiberuflicher Praxis, aber auch die Qualifikationserweiterung für viele andere denkbare Anwendungsbereiche naturgemäßer Tierheilkunde ist. Die Ausbildung kann nebenberuflich, an Wochenenden absolviert werden. Wer nicht über medizinische Grundkenntnisse verfügt, kann sich mittels Teilnahme an einem zentralen Grundlagen- Kurzlehrgang (=Propädeutik) und /oder Skript vorbereiten. Kern der Ausbildung sind 42 Wochenendseminare mit praxisrelevanter Thematik unter Anleitung erfahrener Tierheilpraktiker und/oder Veterinäre, davon 12 Praktika in Lehrhöfen oder Tierheimen. Die Ausbildung dauert 24 Monate. Lehrinhalte Anatomie und Physiologie (Hund, Katze,Pferd) z.B.: Skelett und Muskel; Herz- und Blutkreislauf / Lymphsystem; Atmungsorgane; Verdauungsorgane; Niere und ableitende Harnwege; Sinnesorgane; Endokrines System Spezielle Pathologie Hund, Katze, Pferd z.B.: Begriffe; Muskel- und Skelett; HNO- Erkrankungen u.a.; klinische Untersuchung, Anamnese, Diagnostik kleines Labor Untersuchung von z.B.: Urin; Parasitologie; Blut Spezielle Pathologie div. Tierarten Homöopathie Klassische Homöopathie / Grundbegriffe; Anamnese und Therapieausarbeitung; Komplexmittel Homöopathie; Sonderformen Akupunktur Klassische Akupunktur Grundbegriffe / Diagnose; Punktefindung; Praktische Anwendungen; Sonderformen Neuraltherapie Methode, Grundlagen Definition; Anamnese und Therapievorbereitung; Herd/Störfeld Definition; Sonderformen Hydrotherapie Geschichte und Definition; Methodik und spezielle Anwendungsbeispiele Hund, Katze Phytotherapie mit Rezepturen Geschichte und Defintion; Anwendung und spezielle Rezepturen; Spezialitäten Bachblütentherapie Einführung; Diagnostik; bewährte Mittel u.a. Alternative Heilmethoden im Überblick Umwelteinflüsse und Vergiftungen; Verhaltenslehre, z.B.: artgerechte Tierhaltung; Einführung in die artspezifische Verhaltenslehre; artspezifische Tierpsychologie Notfallmedizin Erste Hilfemaßnahmen u.a. Spezialitäten Ernährung und Diätetik Hund, Katze, Pferd Ernährungsphysiologie; Alters- und artgemäße Ernährung; Diäternährung und Dauer; Mittel- und langfristige Patientenbindung Berufs- und Gesetzeskunde mit Praxisführung und Zusammenarbeit mit Behörden Über diesen Zeitraum werden 8 Praktika angeboten. __________________________________________________ ________________ Solche ausbildungsbegleitenden Praktika sind sehr wichtig, aber ausreichende Praxis bekommt man wahrscheinlich, genau wie in allen Heilberufen, erst im Lauf der Jahre. Hier sind mal links, die nach meiner Ansicht gut das entsprechende Wissen vermitteln und auf die Prüfung zum Tierheilpraktiker vorbereiten: http://www.tierheilpraktiker-ausbildung.de/ http://www.institut-kappel.de/01873392bc0bdc121.html http://www.animalmundi.com/studium/tierheil/index.html @Kay: Irgendwie trage ich mich seit einer Weile mit dem Gedanken, auch noch Tierheilpraktikerin zu werden, aber ich weiß ja, was die Ausbildung an Kraft und Zeit kostet und stelle momentan gerade die Weichen in eine Zukunft, die es möglich macht, regelmäßig in Südeuropa die Tötungsstationen zu "leeren", um so möglichst vielen Hunden das Leben zu retten - und da muß ich einfach erst mal schauen, ob daneben die Ausbildung dann auch noch Chancen hat. |
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