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Tatort Garten:Wer plündert die Nistkästen ?
Tatort Garten: Wer hat die Vogelkästen geplündert?
Die Fahndung nach den Räubern: Es sind nicht die üblichen Verdächtigen.
Ein Vogelfreund zieht rückblickend eine traurige Bilanz über Ereignisse in seinem Garten im Frühling und Sommer 2007. "Für uns war ein Teil des Gartens gestorben. Wo über Jahre Vogelgesang zu hören war, herrschte Stille." Was war geschehen? Fünf Vogelkästen waren nachts mehrmals geplündert und ausgeraubt worden. Die Hälfte des Nistmaterials hing am Einflugloch, die andere Hälfte lag auf der Erde. Dazu abgebissene Flügel von Jung- und Altvögeln.
Für eine Katze sind die Löcher zu klein, meinte der Vogelfreund. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass auch eine verschmuste Mieze Wildkatzen-Gene aufweist. Das spürt man spätestens dann, wenn eine Maus in Sichtnähe vorüberhuscht. Die Katze kann nicht in den Vogelkasten schlüpfen, aber Katzenpfoten hantieren sehr feinfühlig. Sie langen in die Vogelwohnung hinein und ertasten mit "tödlicher" Sicherheit Beute.
Nun gut, der geschädigte Vogelfreund schließt Katzen als Täter aus. "Und für Marder sind die Löcher auch zu klein." Immerhin, Erfahrungen haben gezeigt, dass Einschlupflöcher von zehn Zentimetern jungen Baummardern, knapp ein Kilogramm schwer, durchaus Einlass gewähren.
Da aber die Löcher für Stare, Spatzen und Meisen kleiner sind, ist "Räuber-Forschung" angesagt. Als Nesträuber kommt auch der Iltis infrage. Auch er kann leicht einen Baumstamm erklettern. Ein Iltis-Weibchen wiegt etwa 750 Gramm. "Dringend verdächtig" ist das Mauswiesel. Wiesel-Weibchen wiegen bei einer Länge von 15 Zentimetern zwischen 60 und 100 Gramm. Auch das Mauswiesel ist ein guter Kletterer, dünn genug für jedes Loch.
Nun gut, die Zahl der Verdächtigen ist eingekreist. Was bleibt zu tun, um im nächsten Frühjahr den Gartenfrieden wiederherzustellen? Wer hat schon Zeit und Muße, die Tatorte genau im Auge zu behalten, zumal fast alle Marderartigen für ihre Raubzüge die Dunkelheit bevorzugen.
Ist das Marderproblem mit einer Falle zu lösen? Kein Tierfreund wird, wegen möglicher Tierquälerei, eine sogenannte Totschlagfalle benutzen. Katzen sind besonders gefährdet. Der Gartenfreund sollte sich mit dem zuständigen Jagdpächter in Verbindung setzen, der mit geräumigen Lebendfallen arbeitet. Und wenn der kleine Räuber in der Falle sitzt, Sack drüber - und mindestens vier Kilometer weiter in freier Wildbahn aussetzen. Aber auch das sollte man dem Jagdpächter überlassen.
Gestatten, eine Anmerkung aus tierischer Sicht. Hier meldet sich flüsternd ein Mauswiesel: Ach, ihr Menschen, holt ihr euch nicht auch eure Nahrung dort, wo sie sich am günstigsten anbietet? Für euch flattert dort ein buntes Vögelchen; für uns fliegt Futter aus Fleisch und Blut. Und beim Piepen der Vögelchen im Nistkasten, läuft uns das Wasser im spitz bezahnten Mund zusammen. Das reizt zwanghaft zum Hineinlangen oder Hineinschlüpfen. Und, Hand aufs Herz: Habt ihr etwa ein schlechtes Gewissen, wenn ihr euch Leckeres aus der Vorratskammer oder aus dem Kühlschrank holt?
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