|
Gast
Beiträge im Hundeforum: n/a
|
Ich kenne sehr viele kastrierte Hündinnen. Solche, die früh kastriert wurden und solche, die "irgendwann im Erwachsenenalter mal" kastriert wurden und soweit ich das beurteilen kann, sind sie alle nur friedlicher geworden. Bis auf eine Bouvier des Flandres-Hündin, die nach dem ersten Wurf kastriert worden war und fortan mit allen anderen Hunden immer noch klar kam, nur nicht mit Welpen. Sie konnte einfach keine Welpen mehr leiden, hat ihnen nichts getan, fühlte sich aber sehr bedrängt und hat gemacht, dass sie weg kam.
Ich hab aber gerade ganz was anderes in deiner Antwort entdeckt: Sag mal, geht ihr mit den beiden getrennt Gassi??? Das ist nicht okay, dann ist es klar, warum es Spannungen gibt.
Schau, eure Hunde empfinden euch alle vier als "Rudel". Sie unterscheiden sehr wohl, dass die Zweibeiner über ihnen stehen, ebenso, wie sie unter den Vierbeinern ausmachen, wer im Rang höher ist.
Gassi gehen hat bei ihnen nichr nur die Bedeutung, dass sie zum pinkeln raus gehen, sondern es hat auch was damit zu tun, dass "das gesamte Rudel" auf die Jagd geht.
Dem entsprechend machen die meisten Hunde, wenn sie wissen, jetzt gehen wir raus, ein Riesentheater, das sich, wenn der Mensch nicht eingreift, so lange fortsetzt, bis sie alle draußen, ein paar Schritte gelaufen sind und sich als Rudel sozusagen "formiert" haben.
(unter uns gesagt: Meine Hunde machen das leider grundsätzlich, das ist ein Riesengetöse, aber seit ich weiß, dass es für sie was mit "Jagen gehen = Adrenalin aufbauen" zu tun hat, lasse ich sie und schau zu, dass wir schnell rauskommen und der Lärm sich legt.)
Wenn ich mit einem der anderen Hunde mal alleine weg muss - zum Tierarzt beispielsweise oder wenn ich zum Praktiker oder Obi gehe, nehme ich meist auch nur einen (wenn überhaupt, - aber es ist ein gutes Training für den Hund, nervlich stabil durch eine Menschenmenge zu gehen!) oder höchstens zwei mit und wenn ich dann wieder heim komme, wird der "Ausreißer" von unserer Laika erst mal abgeschnüffelt gecheckt, kontrolliert.. Und ich beobachte es gerade zwischen Leslie und Laike immer wieder, dass Leslie sich "duckt" und die Ohren anlegt und sich die Schnauze leckt, also deutliche Zeichen der Unterwerfung und der Beruhigung gibt.
Wenn sie das nicht täte, dann gäbe es zwischen meinen Weibern auch öfter Krach.
Von Teddy und Shiloh erwartet Laika das offensichtlich garnicht so deutlich.
Das hormonelle Gefüge zwischen den Hündinnen war bei uns damals, als Leslie, die ja die rangniedrigere ist, gedeckt wurde, ziemlich verändert. In der Zeit war sie auch nicht so "devot", sondern sie ruhte in sich selbst und war unantastbar. Sie ließ auch Laika überhaupt nicht in oder nahe an die Wurfkiste heran - und oh Wunder, die ließ sich von Leslie zurückweisen! Erst als die Welpen die Wurfkiste mit knapp 4 Wochen verließen und überall hinwatscheln konnten, gingen sie auch zu Laika - und die blühte voll auf im "Patentanten-Glück" und kümmerte sich liebevoller und geduldiger um die kleinen Terroristen, als ihre Mutter selbst.
Nun ja - als dann hormonell alles wieder beim alten war - sprich: als die Welpen aus dem Haus waren, nahm jede der Hündinnen auch ihre Rudelposition wieder ein.
Zurück zum Thema:
Ihr könnte es unterstützen, die Rudelposition zu stärken, indem ihr, wie gesagt, beim Füttern die Reihenfolge einhaltet. Die chefin kriegt zuerst, dann die andere.
Wenn das Rudel zum"jagen" geht, dann möglichst mit allen.
Unter euch Zweibeinern könnt ihr ja ruhig ausmachen, dass der eine Hund dem gehört und der andere Hund dem anderen, aber dieses "mein Hund und dein Hund" praktisch durchzuführen ist falsch. Das kann nur Spannuungen geben denn die Hunde wissen davon nichts. Für die seid ihr ein Vierer-Rudel.
Und wenn ausgerechnet der Rangniedrige dadurch priviligiert wird, dass er mit der Chefin zum "jagen" gehen darf, dann ist der Ärger vorprogrammiert, dann solltet ihr zumindest drauf gefasst sein, dass es Streit geben wird und das ist sehr schwierig, wenn man selbst nervlich angespannt ist und mit den Gedanken nicht beim Hund.
Genug geklugscheissert.
|