In unserer Familie teilen mein Mann und ich uns die leichten bis mittelschweren Messi-Tendenzen, indem mein Mann eher Schrauben, Ösen, Scharniere und Werkzeug (bis hin zum Rasenmäher!) sowie Streusalz, Rasensamen, Blumendünger sammelt und bunkert,
während ich eher bei unseren samstäglichen Tierschutzsammelaktionen, über die ich bestimmt in der Vergangenheit schon berichtet hatte, all die Lebensmittel gernein überreichlicher Fülle bunkere, die man an Tiere nicht verfüttern kann - Zitrusfrüchte, Zwiebeln, Kohl etc., denn es könnte ja sein, dass man damit noch anderen Leuten eine Freude machen, ich blase grundsätzlich alle Hühnereier, die zu Kuchen, Rührei etc. verwandelt werden aus, damit mir das Material zum anmalen auch ganz bestimmt niemals ausgeht, - und ich sammle auch Tiere ganz allgemein gerne in Hülle und Fülle.
Oft genug entrümpelt man dann alles mal von Zeit zu Zeit und fragt sich, ob man daran nicht mal was ändern sollte. Aber manchmal lohnt sich das sammeln auch und man freut sich, selbst ein paar nutzlose alte Zähne aufbewahrt zu haben.
Als unser Shiloh auf den ersten Geburtstag zusteuerte und kastriert werden sollte, nutzte ich die Chance, die Tierärztin zu fragen, ob sie sich seine Zähne mal anschauen könnte, die relativ schnell hässlich braun und kariös geworden waren. Ich dachte, es hinge evtl. mit der Leishmaniose zusammen, aber sie schaute ihm nur kurz ins Maul und sagte: "Staupegebiss! Hat meiner auch."
Wir recherchierten daraufhin ein bisschen in den Akten des Tierheims und fanden tatsächlich den Vermerk, dass er mit ca. 7 Wochen in der Türkei an Staupe erkrankt und erfolgreich behandelt worden war.
Wenn ein Welpe vor dem Zahnwechsel die Staupe überlebt, dann ist der Zahnschmelz bei den bleibenden Zähnen von Anfang an brüchig und unvollständig, so dass die Zähne nicht lange halten.
Na, der Arme! Da hat er ja wirklich die volle Packung abgekriegt! dachte ich.
Im Lauf des dritten und vierten Jahres fielen seine Zähne bis auf wenige Backenzähne mit rasanter Geschwindigkeit nacheinander aus, aber wir fanden leider nur 2 seiner Reißzähne und verwahrten sie einfach mal, - so wie man auch die Milchzähnchen seiner Kinder in einer Schachtel aufbewahrt, wenn die Zahnfee dagewesen ist.
Und unser Shiloh kaute fortan auf den Felgen, aber dank der verbliebenen drei oder vier Backenzähne hatte er keine nennenswerten Probleme beim fressen - nur seine geliebten Trockenpansenstangen waren eine Herausforderung für ihn geworden. Während die anderen Hunde mit einer Stange innerhalb von wenigen Sekunden bis maximal einer Minute fertig waren, kaute und mümmelte er daran bis zu einer Stunde. Ihm kleinere Stücke zu geben ließen wir schnell wieder bleiben, denn er schluckte die gierig am Stück runter und bekam sie einige Male in den Hals.
Er muss sie also weichmümmeln, sonst ist es zu gefährlich.
Die Überleitung ist nun etwas schwierig..... ich hatte ebenfalls früher mal erwähnt, dass ich im Juli 2007 für unseren Briefträger Ralf den Collierüden Maximó aus dem ungarischen Tierheim mitgebracht hatte, der sich prächtig dort eingelebt hat und inzwischen von Ralfs Frau Claudia sorgfältigst zusammen mit dem neuen Jungcollie gebarft wird.
Claudia, das wussten wir, arbeitete hobbymäßig gerne mit Silber- und Golddraht, sowie Holz-, Muschel- und Halbedelstein-, sowie Edelsteinzutaten und eines Tages fragte ich sie mal, ob sie auch aus Hundezähnen irgendwas Schönes basteln könnte, denn ich hatte irgendwo in einem Katalog oder Juwelierschaufenster Schmuck mit so genannten "Grandeln" gesehen, der mir gut gefiel. Mit "Grandeln" bezeichnet man, glaube ich, Zähne oder Geweihstücke von Jagdwild.
Claudia bat mich, mit den Zähnen mal vorbeizukommen, damit sie das genauer beurteilen konnte - wir besprachen noch die Kleinigkeiten wie Zubehör und Material, das sie dafür verwenden kann und dann begann eine kleine Wartezeit, nach der ich wirklich perfekt überrascht und belohnt wurde.
Ich wollte gerne ein Lederband, weil ich in der Vergangenheit gelegentlich Nickelallergie gezeigt hatte und sie verwendete auf meinen Wunsch Sterlingsilber und Türkise als Beigaben, - das Ergebnis könnt ihr unten anschauen.
Und auch auf Claudias Blogseite könnt ihr gerne mal stöbern - sie hat da zu Shilohs Zähnen auch ein bisschen was geschrieben: hxxp://conchacatena.blogspot.com/search/label/schmuckige%20Arbeiten (ihr kennt das sicher: die beiden xx einfach durch tt ersetzen und in die Browser-Adresszeile geben.)
Und das Happy End der Geschichte, das besondere Highlight, das ich anfangs selbst nicht glauben konnte: Shiloh lächelte mich eines Tages vor nicht allzu langer Zeit freundlich an und zwar mit zwei niedlichen kleinen Schneidezähnen vorne im Unterkiefer!. Ich stutzte und fragte mich und alle anderen, die es wissen sollten: "Sagt mal,.... diese Zähne waren doch ursprünglich ausgefallen, - oder?" Aber da wollte sich keiner festlegen.
Einige Wochen später standen rechts und links daneben weitere zwei Zähne! Und diesmal dachte ich echt, ich halluziniere!
Bei einem der nächsten Tierarztbesuche fragte ich die Tierärztin, die mir bestätigte, dass Staupezähne "nachwachsen" können, weil sie nicht immer komplett ausfallen, sondern oft nur bis auf den Grund abbrechen, so dass die Wurzel weiterwachsen kann. Daraus werden zwar unter Umständen keine richtig großen, "normalen" Zähne mehr, aber immerhin - der Hund kann dann wieder zubeißen.
Inzwischen hat Shiloh sogar einige weitere Zähne bekommen: Es sind mindestens zwei der verlorenen Reißzähne schon wieder im Kiefer zu sehen, und vielleicht folgen ja auch noch weitere.
Ich werde das zum Beweis in den nächsten Tagen mal fotografieren.
Die Kette ist wirklich etwas ganz Besonderes. Sie ist sehr schön.
Im Oktober, als wir in Dänemark waren, hat Balu auch einen Reißzahn verloren. Zum Glück habe ich ihn, genau wie einige seiner Wlpenzähne aufbewahrt. Man weiß ja nie, vielleicht lasse ich mir daraus auch mal eine Kette machen.
Von Neffa habe ich auch zwei Welpenzähne gefunden, die übrigen hat sie verschluckt oder irgendwo versteckt.
Es ist schön, dass Shiloh`s Zähne sich doch noch entschließen nachzuwachsen. Ich habe nicht gewusst, dass so etwas überhaupt möglich ist.
Kann man eine eventuelle Staupeinfektion auch noch viel später im Blut nachweisen?
Kann man eine eventuelle Staupeinfektion auch noch viel später im Blut nachweisen?
Das weiß ich leider nicht, aber da werde ich die Tierärztin bei nächster Gelegenheit fragen.
Ich habe gerade mal ein bisschen recherchiert, finde darüber im Netz aber nichts, das darauf hinweist, dass man eine Erkrankung nachweisen könnte.
Es wird lediglich beschrieben, dass sich Antikörper bilden, - aber das ist ja ebenso auch nach Impfungen der Fall.
Es ist aber ja meist so, dass wir uns einen Hund im Welpenalter zulegen, solange der Zahnwechsel noch nicht komplett stattgefunden hat. Wenn ein Hund davor an Staupe erkrankt war - und uns das evtl. nicht zur Kenntnis gegeben wird- dann sieht man das innerhalb der ersten zwei Lebensjahre an den grottenschlechten, schmutzig graubraunen Zähnen. Andere Langzeitschäden können viele verschiedene Gesichter haben, unter anderem auch das so genannte "Hard Pad Disease", bei dem die Pfotenballen verhärten, gleichzeitig auch "verkümmern" und felderig "zerreißen".
Welpenzähne sind ja leider meist sehr klein, ich stelle es mir schwierig vor, diese filigranen Zähnchen in Silberdraht zu fassen, aber unmöglich ist es sicher nicht. Und teuer war meine Hundezahntrophäe auch nicht; keine 30€!!! (Natürlich ein bisschen auch abhängig von den sonstigen Zutaten; ich hätte auch Golddraht nehmen können und andere Edelsteine als Zugabe, - aber mir erschien es halt so am hübschesten, am passendsten.)
Zur Zeit sind Shiloh's Zähne übrigens als Leihgabe unterwegs!
Ich habe die Kette als Glück bringenden Talisman vor ein paar Tagen meiner überaus nervösen und zeitweise recht deprimierten Tochter gegeben, die genau wie ihr Vater an ganz schlimmer Prüfungsangst leidet und zur Zeit mitten im Examen zur Krankenpflegerin ist. Am 3. und 4. Januar findet ein wichtiger Teil der praktischen Prüfung statt und sie schafft es einfach nicht, trotz intensivster Vorbereitung darauf entspannt und zielgerichtet darauf los zu gehen.
Da helfen Shilohs Zähne - sowie intensives Daumen drücken morgen und übermorgen sicher weiter!