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Gast
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Albi, ich will ja niemanden gerne bange machen, aber ich muss nun mal von meiner Katzenfloherfahrung berichten.
In den ganz frühen 80ern habe ich mal ein paar Jahre lang Maine Coons gezüchtet und ausgestellt und eines Tages hab ich mir von einer Ausstellung in Lüttich unbemerkt Katzenflöhe mit heim gebracht.
Nach meinem Kenntnisstand gibt es übrigens sowohl Hunde- als auch Katzenflöhe, die zwar eigentlich artspezifisch sind, aber trotzdem auch schonmal den Wirt wechseln und beide Arten gehen im Nofall natürlich auch an Menschen. Es hilft also überhaupt nichts, wenn du deinen Katzling nun ins Bad oder in die Küche sperrst, wo der Boden wischbar ist und den Rest der Wohnung katzenfrei hältst. Die Floheier sind sicher in der ganzen Wohnung verteilt - (sind oval wie ein Ei, weiß und so winzig, wie der stich einer Nadel oder wie ein Sandkorn. Auf glatten, dunklen Oberflächen, wo die Katze gelegen hat, sieht man sie sehr gut und wenn man mit dem Fingernagel drauf drückt, dann knacken sie deutlich) - und wenn die Flohlarven schlüpfen, krabbeln sie schleunigst irgendwohin, wo sie Nahrung finden. Sie können sich von allen organischen Dingen ernähren, finden also in jedem Raum erst mal genügend Nahrung. Ihre Entwickung ist temperaturabhängig, in beheizten Räumen oder im Sommer im Freien entwickeln sie sich innerhalb von ca. 14 Tagen oder etwas mehr vom Ei zum Floh.
Blut müssen sie erst aufnehmen, wenn sie sich zum Floh entwickelt haben und dann nehmen sie notfalls auch erst mal mit Menschenblut vorlieb. Da sie in der Regel auf dem Boden leben, stechen sie Menschen normalerweise in die Beine - genauer gesagt im Unterschenkelbereich. Sie stechen dabei nicht nur eine Stelle an, sondern machen oft richtige "Stichstraßen" von drei, vier und mehr Stichen in der Reihe.
Sie leben zwar auch auf der Katze, bzw. dem Hund, aber keineswegs nur dort.
Zwei Flöhe, die du in der Wohnung siehst, bedeuten in der Regel mindestens 10, die du gerade nicht siehst, weil sie woanders sind.
Mit dem Flohkamm erwischst du lediglich ein paar der Flöhe, die gerade auf dem Tier sind. Wenn die Flohpopulation groß ist, erwischst du allerdings den Flohkot in Form von Unmengen kleiner schwarzer Krümel zwischen den Kammzinken, vozugsweise im Bereich des Beckens und der Schwanzwurzel, aber auch im Backen- und Kopfbereich. In Wasser eingetaucht oder auf einem feuchten Lappen abgewischt, lösen die Krümel sich auf und färben Wasser oder Lappen rot.
Und Flöhe sind keineswegs blöd. Wenn du die Katze kämmst, flüchten die blitzschnell in Regionen, wo du gerade nicht mit dem Kamm aktiv bist.
Tauchst du deine Katze in einen Eimer Wasser (evt. mit Flohshampoolauge), dann kannst du, während du still abwartest und die Katze im Nackenfell festhältst, damit sie nicht so zappeln kann, beobachten, wie die vorhandenen Flöhe scharenweise und blitzschnell nach oben gekrabbelt kommenund sich im Backenbart, um die Augen herum und sogar in den Ohren verstecken.
Wenn du das einmal gesehen hast, sind all deine Illusionen bezüglich der Flohbekämpfung durch kämmen und baden auf Nimmerwiedersehen dahin.
Auch regelmäßige Reinigung der Liegeplätze und gründliches Staubsaugen und wischen reicht nicht, obwohl das alles Maßnahmen sind, die zusätzlich durchgeführt den Erfolg beschleunigen und unterstützen.
In den frühen 80ern gab es Spot-ons wie Tiguvon, Frontline & Co noch garnicht, da gab es nur Bolfo - Puder, - Spray und - Halsbänder. Und es gab Alugan, das ist ein wasserlösliches, sehr giftiges Pulver, mit dem man von Haarlingen über Läuse bis zu Flöhen alles kaputt kriegt.
Ich war damals mit drei Katzen im Juni in Lüttich gewesen, hatte insgesamt einen Zuchtkater und vier Weibchen, von denen zwei im Sommer Junge bekamen. Als ich endlich merkte, dass sie alle Flöhe hatten, war es schon Ende August und wir haben bis ungefähr Ende Oktober alle Katzen ungefähr alle 4-6 Tage in einen Eimer mit Alugan-Brühe bis zum Hals eingetaucht und haben versucht, mit einer Pinzette die Flöhe zu erwischen, die sich nach oben retten wollten. Alugan ist vor ein paar Jahren vom Markt genommen worden, soweit ich weiß.
Sowas würde ich heute niemals mehr machen, es gibt inzwischen wesentlich erfolgreichere und giftärmere Mittel.
Meine Bauernhofkätzchen (ich vermittle ja seit wir dort unseren Mister Tom bekommen haben, alljährlich die ganzen Kätzchenwürfe, die dort kommen, damit sie eben nicht in der Scheune auf den Boden geknallt und im Garten verscharrt werden) sind auch oft sehr mit Parasiten behaftet und noch viel zu klein, um mit einem Spot-on behandelt zu werden. Sie bekomme ich vollkommen zuverlässig flohfrei, indem ich ihnen Jacutin-Emulsion 1:1 mit Wasser verdünnt (geht auch mit dem Läuseshampoo "Goldgeist", stinkt aber nicht so scharf wie dieses) zuerst in einem Ring um den Hals schmiere, so dass die Flöhe auf der Flucht nach oben dort durch müssen und von dort an abwärts den ganzen Körper einschmiere. Jacutin ist ein Mittel, mit dem in der Humanmedizin z.B. Krätzemilben behandelt werden. Wenn du einen guten Hausarzt hast, verschreibt er dir das evtl., ansonsten bekommt man es auch beim Tierarzt. Ich wende es allerdings bei Babykätzchen niemals nach Vorschrift an, wie es in der Bedienungsanleitung steht, sondern wickle die Kleinen, wenn sie eingeschmiert sind, für maximal 5 Minuten in ein Tuch (damit sie nicht anfangen, sich zu putzen!)
und setze sie dann in der Küchenspüle in warmes Wasser. Sicherheitshalber wische ich ihnen mit in diesem Wasser befeuchteten Fingern gründlich über den Kopf und durchs Gesicht, um die entkommenen Hüpfer evtl. zur Rückkehr über den Körper zu bewegen.
In diesem Wasser kannst du dann sämtliche Leichen schwimmen sehen. Und das sind, wenn man bedenkt was für Winzlinge 5 - 6 Wochen alte Kätzchen sind, oft erstaunlich viele! Es hat schon an die 15 - 20 Flohleichen im Abwaschwasser von einem einzigen Kätzchen gegeben!
Ich bade den Winzling anschließend dann nochmal kurz mit normalem Shampoo, um alle Jacutinreste von der Haut zu waschen und dann finden wir in den folgenden 2-3 Tagen hier und da auf den Liegeplätzen mal einen weiteren toten Floh, aber das war's dann auch.
Ich denke, da du ja nur diese eine Katze hast, musst du ihr die Prozedur nicht antun. Aber mach kurzen Prozess und kauf ihm beim Tierarzt ein Spot-on namens Stronghold. Das bekommt der Katzling einmal in den Nacken und es wirkt zuverlässig gegen alle krabbelnden und springenden Hautparasiten, sowie auch gegen Würmer.
Natürlich ist es eine chemische Keule, aber dein Katzling ist ja ein gesunder Mann in besten Jahren, oder?
Du machst dich nicht zum Spielverderber, indem du ihn badest, kämmst oder wer weiß was tust, es ist sicher und einfach zu handhaben.
Und die Flöhe, die sich in den nächsten 4 Wochen entwickeln werden, gehen bei ihm fressen und geben dann den Löffel ab.
Wenn du ganz sicher gehen willst, kauf zwei Pipetten von dem Stronghold und gibt es ihm 4 Wochen später nochmal.
Und lass keine Hundebesucher und Katzen-Feriengäste mehr ins Haus, die nicht hundertprozentig flohfrei sind.
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