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Alt 21.12.2007, 11:10
Blues
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Abstammung des Hundes, Einteilung der Zuchthunderassen.

Abstammung des Hundes, Einteilung der Zuchthunderassen.

Der Haushund (Canis lupus familiaris) ist ein Haus-, Heim- und Nutztier aus der Familie der Hundeartigen bzw. Echten Hunde (Canidae).

Abstammung
Der Stammvater des Hundes ist der Wolf. Noch bis vor kurzem hielt man den indischen Wolf (Canis lupus pallipes oder Canis lupaster) für den Stammvater, dessen Äußeres dem einiger anderer Hunderassen ähnlich erscheint. Auf Konrad Lorenz zurückgehende Vermutungen, dass der Haushund vom Goldschakal (Canis aureus) abstammt, gelten durch neuere Forschungen wie die von Erik Zimen und Alfred Seitz heute als widerlegt.
Inzwischen wurde genetisch der gemeine graue Wolf (Canis lupus) als Urvater bestätigt. Damit scheidet auch die indische Unterart als möglicher Stammvater aus.
Die Untersuchung der Mitochondrialen DNA ist eine genetische Standardmethode, um Populationen verschiedener Spezies zu testen.
Untersuchungen der Mitochondrien-DNA von Wölfen und Hunden in den USA zeigten, dass die genetischen Unterschiede zwischen verschiedenen Wolfpopulationen durchschnittlich 0,16% betrugen. Der genetische Unterschied zwischen Wolf und Kojote betrug etwa 3,1%, und der Unterschied zwischen Hund und Wolf (Grauwolf) betrug 0,2%!
(Quelle: 1993er Ausgabe des "Mammal Species of the World", des Referenzwerkes der Smithsonian Institution zur Klassifizierung und geographischen Einordnung der Säugetiere dieser Welt. Dieses Werk wird in Zusammenarbeit mit der American Society of Mammalogists und der International Commission on Zoological Nomenclature erarbeitet und herausgebracht.)

Hunde und Wölfe
Hunde und Wölfe sind auch miteinander fruchtbar. 2004 wurden solche Paarungen im Rahmen von Wiederansiedlungen polnischer Wölfe in Brandenburg nachgewiesen. In seinem Buch "Der Hund" beschreibt der Verhaltensforscher Erik Zimen ausführlich seine langjährigen vergleichenden Beobachtungen an Königspudeln und Wölfen sowie an deren Mischlingen (den sog. Puwos) und an den Nachkommen aus der Verpaarung von "Puwo" mit "Puwo". Bisher ging man davon aus, dass die Verhaltensunterschiede zwischen Wolf und Hund zu groß sind, als dass es zu Mischpaarungen kommen könnte. Verwilderte Hunderassen beweisen jedoch, dass auch Hunde abhängig von ihrer Umgebung wieder wolfstypische Merkmale und Verhaltensweisen annehmen können.
Man kann also davon ausgehen, dass solche Paarungen in der Natur durchaus normal sind und eventuell häufiger vorkommen, als bisher angenommen.

Urtümliche Hunde
In einigen Ländern wurden Hunderassen entdeckt, die als Urtypen der ersten Hunde gelten können. Diese Hunderassen werden Pariahunde oder Schensi-Hunde genannt. Sie leben halbwild in der Nähe des Menschen in einer stabilen Population. Einige werden mittlerweile bereits vom FCI als eigenständige Rasse geführt.

Domestikation
Mosaik aus PompejiBis vor einigen Jahren dachte man noch, dass die Domestizierung des Hundes vor etwa 14.000 Jahren (Torfhund), wahrscheinlich im Nahen Osten oder in Asien begann. Allerdings zeigen Untersuchungen der Erbinformationen, dass sich der Haushund (Urhund) schon vor etwa 100.000 Jahren vom Wolf getrennt hat.
Die Klärung der Abstammung des Hundes vom Wolf warf gleichzeitig die Frage nach dem Alter unserer Hunde neu auf: Aufgrund diverser Knochenfunde waren die Hundeforscher bislang überzeugt, die Zähmung und Domestizierung der Rudeltiere hätte vor 12.000 bis 15.000 Jahren stattgefunden. Doch dann warf eine genetische Studie - publiziert im Fachblatt "Science" - diese Thesen über den Haufen. Durch eine Erbgutanalyse von Hund und Wolf sind schwedische und amerikanische Evolutionsbiologen zur Überzeugung gelangt, dass der Ur-Hund zwar tatsächlich vom Wolf abstammt, doch schon vor rund 135.000 Jahren geboren worden ist. Damit wäre der beste Freund des Menschen rund zehnmal älter als bislang angenommen.
Traditionelle Hundeforscher zeigten sich - nicht ganz überraschend - von der neuen Studie brüskiert. "Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Wölfe schon so früh domestiziert wurden", sagte der Schweizer Kynologe und Buchautor Hans Räber. "Man müsste archäologische Funde haben, und die haben wir nicht." Und nicht einmal bei den ältesten, rund 14.000 Jahre alten Ausgrabungen, so Räber, sei es immer klar, ob es sich um Wölfe oder Hunde handle. Joakim Lundeberg vom Königlichen Technologie-Institut in Stockholm, einer der Autoren der genetischen Studie, ist da anderer Meinung: "Die frühen Menschen waren nomadische Jäger und Sammler", sagte der Biochemiker. Weil damals keine "Friedhöfe" existierten, sei es nicht zwingend, Hundefossilien neben solchen von Menschen zu finden.
Eine interessante Idee vertritt Gregory Acland, Veterinär an der Cornell University in Ithaca, USA. Er meint, dass nicht der Mensch auf den Hund kam, sondern umgekehrt. Schenkt man ihm Glauben, verfügte der damalige Mensch noch gar nicht über die intellektuellen Fähigkeiten, den Hund zu domestizieren, da er selbst „noch nicht vollständig domestiziert“ war. Der frühe Hund fand in der Nähe des Homo sapiens eine ökologische Nische und „verhaustierte“ sich so selbst. Er profitierte von den Abfällen, die in der Nähe der Menschen für ihn abfielen und machte sich seinerseits nützlich, indem er "seine" Menschen vor Feinden warnte und beschützte und auch bei gemeinsamen Jagdausflügen hilfreich war. Dieser Theorie nach handelte es sich also von Anfang an um eine Art Symbiose. Der Homo Sapiens wanderte jedoch erst vor 100.000 Jahren im Nahen Osten ein, und konnte dort mit Wölfen in Kontakt geraten, so dass es auch denkbar wäre, dass der Wolf sich zuerst an die Lagerstätten der Neandertaler gesellte. Nichtsdestotrotz: Jahrzehntausende (vor 35.000 Jahren) danach brachten Menschen den hundeähnlichen Wolf nach Europa. Das äußere Erscheinungsbild des Hundes blieb lange wolfsähnlich, weshalb sich auch keine „hundstypischen“ Knochenfunde aus dieser Zeit finden. Erst als der moderne Mensch sesshaft wurde, begann er den Hund züchterisch gezielt nach seinem Nutzwert zu verändern.
Die Domestikation des Hundes ist einzigartig weit entwickelt. Er das Tier geworden, das am besten mit dem Menschen kommunizieren kann. Untersuchungen am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig wiesen nach, dass Hunde bereits genetisch bedingt menschliche Zeichen interpretieren können, die selbst Menschenaffen erst nach langem Training lernen.

Zuchthunderassen
Im Verlauf der Mensch-Hund-Beziehung haben sich, regional und nach den Umwelt- und Lebensbedingungen, unterschiedliche Hunderassen herausgebildet. Der Mensch hat es verstanden, den Hund für unterschiedliche Aufgaben durch Züchtung und entsprechende Hundeerziehung zu nutzen. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) ist die größte internationale Dachorganisation, unter deren Führung nationale Gruppierungen die Standards der unterschiedlichen Hunderassen festlegen.

Einteilung der Zuchthunderassen
MischlingVornehmlich nach ihrem Verwendungszweck werden folgende Hundetypen unterschieden:
Hütehunde (beispielsweise Deutscher Schäferhund, Collie, Border Collie), Treibhunde (beispielsweise Rottweiler), Hirtenhunde (beispielsweise Kuvasz) und Herdenschutzhunde (beispielsweise Maremmano).
Haushunde im engeren Sinne (beispielsweise Landseer, Neufundländer, Leonberger, Berner Sennenhund) und Hofhunde (beispielsweise Hovawart, Entlebucher Sennenhund, Appenzeller Sennenhund)
Stallhunde (beispielsweise Pinscher und Schnauzer) und Wachhunde (beispielsweise Deutscher Spitz),
Gesellschaftshunde (beispielsweise Havaneser) und Begleithunde,
Jagdhunde für unterschiedliche Jagdarten und Beutetiere darunter Schweißhunde, Stöberhunde, Vorstehhunde und Retriever und Erdhunde und Bracken sowie Laufhunde (beispielsweise Windhunde wie der Azawakh).
Daneben sind weitere unsystematische Bezeichnungen wie Arbeitshunde beziehungsweise Gebrauchshunde, Kampfhunde, Schutzhunde, Wachhunde, primitive oder ursprüngliche Hunde bis hin zu Schoßhunden üblich.
Eine kynologische Systematik der Hunderassen wird von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) gepflegt, die derzeit 336 Rassen anerkennt (Stand: 12/2005). Diese Systematik ist allerdings sehr willkürlich und berücksichtigt nicht den Grad der genetischen Verwandtschaft zwischen den einzelnen Rassen. Im FCI-System werden alle anerkannten Hunderassen in 10 Gruppen eingeteilt, die wiederum in verschiedene Sektionen unterteilt sind:
Gruppe 01: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde) [1];
Gruppe 02: Pinscher und Schnauzer - Molossoide - Schweizer Sennenhunde und andere Rassen [2];
Gruppe 03: Terrier [3];
Gruppe 04: Dachshunde [4];
Gruppe 05: Spitze und Hunde vom Urtyp [5];
Gruppe 06: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen [6];
Gruppe 07: Vorstehhunde [7];
Gruppe 08: Apportierhunde - Stöberhunde - Wasserhunde [8];
Gruppe 09: Gesellschafts - und Begleithunde [9];
Gruppe 10: Windhunde [10].
Daneben gibt es in der FCI-Systematik eine Reihe so genannter vorläufig angenommener Rassen [11].
Außerhalb dieser Systematik gibt es noch über hundert weitere, jedoch von der FCI nicht anerkannte Rassen sowie eine Reihe als ausgestorben geltender Rassen wie Basset d'Artois, Braque Belge und Harlekinpinscher, die aus der FCI-Systematik gestrichen wurden.
Neben den eigentlichen Hunderassen gibt es auch noch Bastarde beziehungsweise Mischlinge, verwilderte Haushunde (beispielsweise Dingo (Canis lupus f. dingo).

Einige Hunderassen
Zu den kleinsten anerkannten Hunderassen zählt der Chihuahua (FCI-Nr. 218) mit einem Gewicht von 0,5-3 kg und eine Widerristhöhe von unter 20 cm; zu den größten Hunderassen zählt die Deutsche Dogge (FCI-Nr. 235) mit einer Widerristhöhe von mindestens 80 cm bei Rüden und der Irish Wolfhound (FCI-Nr. 160) mit bis zu 95 cm; zu den seltenen Rassen zählt der Curly Coated Retriever.

Qualzuchten und Verstümmelungen
Bei einigen Rassen ging die Zucht so weit, dass die Hunde gesundheitliche Probleme bekamen wie Kurzatmigkeit, Augenprobleme oder der Geburtsvorgang nicht mehr natürlich abläuft wie z.B. die Englische Bulldogge. Bei anderen wurden die natürlichen Merkmale maßlos übertrieben: Faltenbildung, Fellstruktur usw. Derartige Zuchtziele bezeichnet man heute als Qualzucht, wobei die Definition sehr schwierig ist, da schwer zu sagen ist, ab wann ein Hund durch bestimmte körperliche Merkmale gequält ist. Ein Verbot ist wegen dieser Definitionsfragen und auch der Meinung einiger Züchter die mit ausgefallenen Rassen und extremen Züchtungen ihr Geld verdienen, schwer durchzusetzen. Das Ende 2005 verabschiedete neue Tierschutzgesetz der Schweiz könnte aus diesem Grunde zum Verbot einiger Rassen führen. Ähnliche Gesetzesänderungen sind auch in EU-Staaten geplant. Rassen bei denen oft fälschlicherweise von Qualzucht gesprochen wird, sind beispielsweise der Xoloitzcuintli oder Mexikanische Nackthund, der als gesunder und besonders langlebiger Hund zu den ältesten Hunderassen zählt. Wenn einigen Nackthunderassen jedoch zusätzlich zum Haarkleid auch wichtige Zähne fehlen und diese Hunde teilweise weder Knochen noch hartes Futter fressen können, ist die Grenze zur Qualzucht eindeutig überschritten. Umstritten ist auch der Rhodesian Ridgeback. Durch die Fellstruktur und Hauteinstülpungen am Rücken kommt es oft zu Entzündungen.
 
 

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