Der West Highland White Terrier ist eine von der FCI (Nr.85, Gr.3, Sek.2) anerkannte britische Hunderasse.
Herkunft und Geschichtliches
Die ersten Linien des West Highland White Terriers werden der Malcolm Familie in Poltalloch in Argyllshire zugeschrieben. Colonel Malcom wird allgemein als Begründer dieser Rasse angesehen und hat der Rasse auch ihren Namen: „West Highland White Terrier“ gegeben. Diese Hunde wurden ausschließlich für die Jagd in den Highlands gezüchtet. In ihrem weißen Fell konnte man sie leicht zwischen Felsen und Gestrüpp erkennen. Zudem kam hinzu, dass der West Highland White Terrier ein zäher, widerstandfähiger Terrier war, der ohne viel Angst in Fuchs- und Dachsbau hineinfuhr.
Noch bis 1924 konnten weiße Welpen aus Cairn Terrier Würfen als West Highland White Terrier eingetragen werden. Auf Gemälden des Tiermalers Edwin Landseer aus dem Jahre 1839 sind bereits West Highland White Terrier zu erkennen. Im Januar 1905 wurde der erste "White West Highland Terrier-Club" in Schottland mit dem Duke of Argyll als Ehrenpräsidenten und Colonel Malcolm of Potalloch als Präsidenten gegründet um die Zucht dieser Terrierrasse zu fördern. Der Rassestandard, aufgestellt im Jahr 1905, hat sich kaum verändert, wohl aber das äußere Erscheinungsbild.
Hier eine ausführlichere Geschichtskunde über den Westie:
Selbstbewusst, unerschrocken, quirlig, fröhlich und vor allem charmant – so lässt sich der West Highland White Terrier am kürzesten und besten beschreiben.
Die beliebteste Terrierrasse – nicht nur in Deutschland, sondern mittlerweile weltweit – verdankt seine Entstehung laut einer Über-lieferung einem Unfall.
Colonel Malcom aus Poltalloch in Argyllshire soll bei der Jagd ein fürchterliches und tragisches Mißgeschick geschehen sein. Er erschoss seinen eigenen Hund, einen rotfarbenen Cairnterrier, da er ihn farblich mit dem Fuchs, den er jagte, verwechselte. Von da an soll er sich entschlossen haben nur noch helle, bzw. weiße Jagdhunde zu züchten.
Unter den damaligen Jagdterriern gab es immer wieder unerwünschte sandgelbe bis weiße Würfe. Man hielt die hellen Welpen jedoch für schwach und feige und somit für die Jagd ungeeignet. Eine Gelegenheit ihre Stärke unter Beweis zu stellen erhielten die drahtigen Weißen Hochländer nicht, denn sie wurden schon kurz nach der Geburt ertränkt.
Colonel Malcom of Poltalloch lehrte die Züchter eines Besserem, seine hellen Meuten nahmen es ebenso gut mit Dachs, Otter, Fuchs und Wildkatze auf, wie seine farbigen Verwandten. Er wurde nunmehr als Jagd- und Arbeitshund gezüchtet und besaß eine bedeutende Schärfe auf Raubzeug. In seiner Gruppe bestach der Westie durch seine Fähigkeit, sich friedlich unterzuordnen. Eigenschaften, die der West Highland White Terrier noch immer besitzt. Unter dem Namen „Poltalloch Terriers“ wurde die weisse Farbe gefördert, sein Gesicht und Kopfform war schon zu dieser Zeit ähnlich kurz wie die der Cairnterrier, ein kurzes Vorgesicht, ein Kopf mit drahtigem Haar und kleine meist aufrecht getragenen Ohren liessen den späteren Westie erkennen, die fleischfarbene Nase wechselte mehr und mehr in ein tiefes Schwarz. Die „Poltallochs“ hatten ursprünglich 3 – 7 cm langes Körperhaar, welches harsch, aber noch sehr oft sandfarben oder gelblich war. Mit Knochenstärke und auffallend geraden Vorderläufen bestach der Poltalloch Terrier, ebenso wie mit seinen riesigen Zähnen und seiner Bisskraft.
Unter dem Duke of Argyll wurde im Jahr 1904 der West Highland White Terrier Club gegründet und im Jahre 1906 folgte die Gründung des West Highland White Terrier Club of England, dem die Countess of Aberdeen und später Colonel Malcolm vorstand. Vom Britischen Kennel Club wurde der West Highland White Terrier im Jahre 1907 als Rasse anerkannt.
Ob der Name „Terrier“ vom lateinischen „terra“ = Erde herrührt, oder ob es vom mittelalterlichen Wort „terrour“ stammen könnte und möglicherweise vom Wort „Terror“ abgeleitet wurde, wird kontrovers diskutiert.
Unbestritten ist der Terrier als Jagdhund gezüchtet worden, der gegen Raubwild wie Fuchs, Dachs und Otter (bei anderen Terrierrassen auch Iltis, Hermelin, Marder und Schädlinge wie Ratten und Mäuse).
Die meisten dieser Tiere leben in Höhlen oder Felsspalten, also unter der Erde.
Zur Jagd dieser Wildarten, die Herden, Geflügel und Ernten bedrohten, war ein kleiner, wendiger, robuster und kräftiger Hund gefragt.
Wesen und Charakter
Ein typischer Westie ist charmant, fröhlich, unerschrocken und robust – ein Hund, den man zum Selbstbewusstsein nicht erst ermuntern muss. In der Familie ist er ein gelehriger, liebenswürdiger und ausdauernder Begleiter, der mit Charme, Raffinesse und Beharrlichkeit versucht, seinen Kopf durchzusetzen. Gerade für Anfänger ist diese Rasse nicht unbedingt geeignet, da sie wie gesagt recht eigensinnig sind.
Der Westie ist heute problemlos sogar in der Stadt, in einer Etagenwohnung, zu halten, wenn er auf Spaziergängen genügend Bewegungsmöglichkeiten findet. Als Sportarten bieten sich zum Beispiel auch Agility oder Flyball an.
Sonstiges
Der Westie ist in den 1990er-Jahren in Deutschland – durch die Werbung bedingt – zum Modehund geworden. Um die hohe Nachfrage an dieser Rasse zu befriedigen, ließen es manche Züchter an der nötigen Sorgfalt bei Auswahl und Gesundheit der Zuchttiere fehlen. Hunde aus "Zuchtfabriken" neigen deshalb im Gegensatz zu solchen aus kleinen Familienzuchten eher zu Krankheiten. Von ihrer schottischen Heimat her sind die Westies raues Wetter gewohnt, daher lieben sie eher die kalte Jahreszeit mit viel Schnee. In der Sommerhitze können sie Probleme bekommen.
Entgegen vielen Vorurteilen soll der Westie regelmäßig getrimmt werden. Westies haaren nicht: Das abgestorbene Deckhaar fällt nicht von selbst aus, sondern muss ausgezupft werden (mit den Fingern oder einem "Trimmmesser"). Je regelmäßiger (alle 10 bis 12 Wochen) man den Hund trimmt, desto besser kommt sein doppeltes Haarkleid zur Geltung.
Die Hunderasse war auch das "Wappentier" vom Schottischen Bahnbetriebswerk in Eastfield (Glasgow), einige Lokomotiven hatten ein Bildnis des Hundes auf dem Lokkasten.
Aussehen
Westies sind weiß, mit dichten Fell welches manchmal am Kopf ein bisschen gelockt ist. Reinrassige Westies haben auch die rassetypischen "Kotletten". Wenn man das Fell an den Ohrspitzen regelmäßig schneidet, haben westies schöne, abstehende Ohren, jedoch können sie auch hängende Ohren haben.
Rassespezifische Erkrankungen
Die Cranio-mandibuläre Osteopathie ist eine bei Jungtieren auftretende, sehr schmerzhafte Knochenkrankheit des Schädels.
Kniescheibenluxation: Ausgeschlagene Kniescheibenlagerung bewirkt unterschiedliche Lahmheit
u.a. Allergien, Kiefermissbildungen und Lebererkrankungen. Zahnprobleme (Ein- und Überbiss).
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i.d.S. mecss