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Alt 02.01.2011, 02:43
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Pekinese Ulrik

Nun fehlt in der Reihe der Vorstellung nur noch unser "Viereinhalbter" Hund, der Pekinese Ulrik von Liechtenstein.
Von einer Bekannten, die unsere Tierschutzarbeit nach besten Kräften unterstützt, hatte ich 2007 den "Auftrag" bekommen, von einer der nächsten Ungarnreisen einen kleinen, alten Hund mitzubringen, den sonst niemand mehr haben will. Sie hatte davor schon mal eine alte Hündin von irgendwoher aufgenommen, die keine lange Lebenserwartung mehr hatte und diese war aufgrund guter Pflege und tierärztlicher Versorgung dann noch gute vier Jahre in der Familie, ehe sie mit fast 17 Jahren dann wirklich starb.
Auf diese Weise kam also Ulrik von Liechtenstein nach Deutschland.
Leider konnte er aber bei unserer Bekannten nicht bleiben, denn Ulrik liebt Katzen abgöttisch und in dieser Familie leben auch drei Katzen, die zwar die riesige Hündin der Familie tolerieren , nicht aber den kleinen aufdringlichen Neuling und so bezog der des öfteren mal Prügel von der Katzenchefin Kitty.
Außerdem hatte er, obwohl er völlig blind war, innerhalb weniger Tage raus, dass man durch die Katzenklappen des Hauses den Katzen nach draußen folgen kann -- und irgendwie schien das alles nicht das richtige für die Familie zu sein.
Also nahm ich Ulrik zu uns und gab ihn offiziell in die Vermittlung, ohne große Hoffnung allerdings, für einen 8 Jahre alten, blinden Hund einen Interessenten zu finden.
Aaaber.... es gibt ja bekanntlich für jeden Topf einen Deckel, und so fand der blinde alte Hund relativ schnell ein neues Zuhause im Erftkreis.
Zwei Jahre später bat mich der neue Besitzer aber, ihn für die Zeit des geplanten Krankenhausaufenthaltes Ulrik in Pflege zu nehmen. Keine große Sache, ich weiß nicht mehr genau: Herzschrittmacher, Bypass oder irgendeine Herz-OP , die sich garnicht so gefährlich anhörte, - und doch, - der Mann hat sie nicht überlebt.
Wir gaben Ulrik wieder in die Vermittlung, und es meldeten sich tatsächlich im Lauf der nächsten 4-6 Monate ein paar Leute - aber irgendwie passte das nie so wirklich. Der eine suchte einen Spielgefährten für seine Kinder und fiel aus allen Wolken, als ich nachhakte: "Sie haben aber gelesen, dass der Hund alt und blind ist?", der andere wollte dann doch lieber keinen 10 Jahre alten Hund haben,- mit einem Satz: Es klappte nicht mit der Vermittlung und so blieb Ulrik dann bei uns.
Das Zusammenleben mit ihm ist keineswegs einfach. Wenn man ihm auch seine Blindheit überhaupt nicht anmerkt, wenn man es nicht weiß und auch sogar anzweifelt, wenn man es doch weiß, hat der blinde alte Hund seine Tücken.
Zum einen muss man wissen, dass ich persönlich lieber richtig große Hunde mag und solch kleine Hunde nie im Leben bewusst angeschafft hätte.
Zum anderen ist auch die Tatsache, dass er pekinesentypisch stur ist, für mich ein rotes Tuch, denn wenn ich auch von meinen Hunden keinen militärischen Gehorsam verlange, so hasse ich doch wie die Pest, wenn ein Hund auch nach dem 5. bis 8. rufen einfach so tut, als hätte er das nicht gehört und dann noch in die andere Richtung abzischt, wenn er hört, dass ich komme, um ihn einfach zu holen, wenn er sich von allein nicht in Bewegung setzt.
Ich habe ihn dann auch hier und da mal, wenn ich ihn dann nur durch hinterher rennen zum umkehren nötigen konnte, recht unsanft in die gewünschte Richtung geschubst und keinen Zweifel dran gelassen, dass dieses Verhalten mir nicht gefällt - aber er lernt es einfach nicht!
Deshalb kommt er, wenn wir mit den Hunden nur mal schnell zum pinkeln runter zur Wiese wollen, ohne Kommentar und Verhandlung an die lange Schleppleine und wird unten einfach im Zaun "eingehakt".
Er schafft das auch mühelos, den gebrechlichen alten Mann zu spielen, der einfach nicht schneller laufen kann als Schneckentempo. Wir wissen ja, hier und da mal wird sein Bandscheibenvorfall akut, so dass er Schmerzmittel braucht - wir wollen ihn ja auch nicht überfordern!
Bekommt er aber eine läufige Hündin "in die Nase" oder ist eine von unseren beiden läufig, dann zeigt er, wie flott er wirklich unterwegs sein kann.
Dann hat er keinen Bandscheibenvorfall mehr, dann ist er auch kein bisschen herzkrank (dafür bekommt er sowieso permanent ein Medikament), sondern er ist schlicht und einfach eine Nervensäge und auf den kurzen Beinchen wieselflink!!!
Wir wollen ja nicht das Risiko eingehen, dass eine unserer Hündinnen auf ihre alten Tage noch Junge von einem Pekinesenopa bekommt, deshalb trennen wir die jeweils betroffene Hündin in der Standhitze strikt von Ulrik, wenn wir das Haus verlassen oder wenn wir schlafen.
Dann kommt Ulrik nachts hier ins Büro, im Lauf des Tages kommt meist die Hündin dann ins Schlafzimmer. Welche Variante wir auch wählen, Ulrik sitzt dann vor (oder hinter) der Tür und jammert. Na gut, - schlafen wir eben mit Ohrstopfen.
Tagsüber haben wir immer ein Auge auf die jeweilige Hündin, weil Ulrik dann an einer langen Leine im Flur angebunden wird, denn sonst hängt er ständig um die Hündin herum, himmelt sie von allen Seiten an und versucht sie von allen seiten zu besteigen. Wenn die Hündinnen NICHT in der Standhitze sind, stehen sie recht bald auf und legen sich woanders hin, während Ulrik mit der typischen rhythmischen Bewegung ihr folgt und dabei auch gelegentlich den ganzen Flur "vollkleckert".
Ich HASSE sowas! Aber wir haben nun mehrere Tierärzte gefragt und überall die gleiche Auskunft bekommen: Kastration? Bei einem - mittlerweile fast 12-jährigen herzkranken Hund traut sich keiner zu machen.
Möglich wäre eine chemische Kastration, die aber, wie ich aus dem Tierheim weiß, nicht immer zuverlässig funktioniert und halbjährlich wiederholt werden muss.
Während der Zeit der Standhitze ist Ulrik völlig "neben der Spur", findet abends den Futternapf nicht, obwohl der immer an der gleichen Stelle abgestellt wird, läuft desorientiert hin und her und findet die Haustür nicht, wenn es raus geht, er verweigert bis zu 4-5 Tagen das Fressen und wenn er dann endlich wieder frisst, bekommt er erst mal einige Tage lang Durchfall, - mit einem Satz: Es ist für ihn und für uns eine sehr stressreiche Zeit und ich war schon einige Male drauf und dran, ihn in dieser Situation zum Tierarzt zu bringen und zu verlangen: Kastrieren Sie den jetzt - SOFORT! Wenn er die Narkose nicht überlebt, dann soll es halt so sein, - wir drehen am Rad!!!!
Nun habe ich mich sehr ausführlich darüber ausgelassen, was an Ulrik alles nervt, - aber auf der anderen Seite ist er ja auch ein lieber, drolliger Hund und ich weiß, er hat das nicht verdient, dass man kein gutes Haar an ihm lässt.
Er ist so süß, wenn er sich freut, - er macht "Männchen", tänzelt auf der Stelle und er gibt so hübsch "Pfötchen", wenn er jemand begrüßt, den er kennt und liebt.
Auch bei uns liebt er Katzen über alles, aber wir haben zumindest zwei Katzen, die mit guten Nerven seine Liebesbezeugungen über sich ergehen lassen - und den anderen begegnet er erst garnicht.
Es gibt auch keine Katzenklappen, durch die er einfach nach draußen verschwinden kann und alle Treppenstufen im Haus kennt er inzwischen gut genug, um ihnen auszuweichen. Mauern, von denen er fallen könnte, gibt es bei uns nicht und wenn er nicht so ein geiler alter Sack wäre, gäbe es gar keinen Grund, warum er bei uns nicht so lange leben könnte, wie es der Schöpfer für ihn geplant hat.
Er schnarcht zwar extrem laut - aber das hat natürlich mit seiner kurzen Kopfform zu tun und er schläft vorzugsweise auf dem Rücken, wo es sich bekanntlich besonders gut schnarcht.
Aber dafür haben wir halt Ohrstöpsel.
Und was die Kastration betrifft, so ist das letzte Wort dazu noch nicht gesagt. Das Thema wird jedes Mal wieder aktuell, wenn eine unserer Hündinnen läufig ist - und da steht die nächste Nervenzerreißprobe unmittelbar bevor.
Falls jemand von euch gute Vorschläge hat: Immer her damit!
Und nun zum Abschluss noch ein paar Fotos von Ulrik. Zugegeben, wir haben nicht sehr viele, denn er ist auf Grund seines dunklen Gesichts nicht sehr fotogen und seiner bodennahen Höhe wegen nicht leicht zu treffen.Ach ja, fast vergessen: Er versteht sich mit fast allen anderen Hunden gut aber hier bei uns hat er einen erklärten Erzfeind: Teddy Huland, einer von Leslies Söhnen aus dem 2. Wurf.
Ulrik, der ja nicht sieht, läuft anderen Hnden auch gelegentlich mal zwischen die Füße und SIEHT ja auch nicht, wenn der andere seine Nase kraus zieht.
So kam es zwischen ihm und Teddy II gleich zu Anfang seines Aufenthaltes hier zu einer Streiterei, denn Teddy Huland ist nicht so geduldig und lieb, wie unsere Hunde - und leider benimmt Ulrik sich ihm gegenüber seitdem, als wenn er mindestens dreimal so groß wäre.
Er stänkert, kläfft und schießt auf den großen Schäferhund los - der inzwischen auch sofort ohne Federlesen kontert - so ist es hoffnungslos mit den beiden und wir können Ulrik nur schleunigst reintragen, wenn Birgit mit ihrem Teddy des Weges kommt.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Pekinese Ulrik-pic_0001.jpg   Pekinese Ulrik-pic_0003.jpg   Pekinese Ulrik-pic_0009.jpg   Pekinese Ulrik-pa243469.jpg   Pekinese Ulrik-pa243464.jpg  


Geändert von Peanuts (02.01.2011 um 02:52 Uhr).
Peanuts ist offline  
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Alt 08.01.2011, 19:09
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Es ist schön, dass du trotz der Einschränkungen und Schwierigkeiten, die das Zusammenleben mit Ulrik mit sich bringen, ihm ein schönes Leben ermöglichst.
Arwen ist offline  
  #3
Alt 08.01.2011, 19:31
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Na ja... ich würde ihn schon noch hergeben, wenn sich mal der richitge Interessent melden würde. Aber dann muss das auch passen. Was soll ich ihn in einen Haushalt geben, wo schon eine unkastrierte Pekinesenhündin und eine West Highland Hündin leben? Da kann ich mir ja an 3 Fingern ausrechnen, wo das endet.
Und Eva hat mir angeboten, ihn über das Tierheim Egelsbach oder Frankfurt vermitteln zu lassen. Will ich aber auch nicht. Ich würde ihn abgeben aufgrund der Probleme mit unseren Hündinnen, aber wegen nichts sonst. Und auch nicht um jeden Preis.
Seine Sturheit , so wurde mir oft gesagt - ist halt pekinesentypisch und alleine aus diesem Grund - und weil ich die Schädelform schon hart an der Grenze zur Qualzüchtung sehe, - würde ich mir nie im Leben einen solchen Hund kaufen.
Wenn schon klein und handlich, dann Rauhaardackel oder eine der vielen Terrierzüchtungen.
Aber ihn deswegen abgeben? Nie im Leben nicht.
Er wird dieses Jahr 12.... und ist sozusagen im Herbst des Lebens angekommen. Das muss nicht sein, dass er wegen so kleinen Nickeligkeiten sich nochmal umgewöhnen muss.
Wenn das Problem mit der Läufigkeit nicht wäre, ..... aber da muss ich einfach meine Tierärztin nochmal drauf ansprechen.
Peanuts ist offline  
  #4
Alt 08.01.2011, 20:01
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Ich denke auch, dass ein Hormonchip unter die Haut gesetzt sicher eine gute Möglichkeit ist dem alten Ulrik Stress zu ersparen.
Ein Zusammenleben mit den läufigen Hündinnen wird dann sicher erträglich.

Mir hat eine Läufigkeit von Neffa gereicht. Balu musste einige Tage zu Müc ziehen, er ist total verrückt geworden.
Drei Monate später habe ich Neffa endoskopisch Kastrieren lassen.
Jetzt leben Balu und Neffa friedlich zusammen.
Arwen ist offline  
 

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