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  #1
Alt 19.03.2011, 18:24
Hundeforum Fan
 
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Beiträge im Hundeforum: 2.164
Endoskopische Kastration

Diese Operationstechnik gibt es in der Tiermedizin noch nicht so lange.
Der Eingriff sollte nur von Tierärzten vorgenommen werden, die nicht nur die entsprechenden Apparaturen haben, sondern auch ausreichend Erfahrungen mit dieser Methode der Kastration brsitzen.
Es lohnt sich also immer den Tierarzt vorab zu fragen und eventuell mit anderen Hundebesitzern zu sprechen.
Gute Tierkliniken gibt es sicher gut erreichbar für jeden Tierhalter.

Vor der endoskopischen Kastration muss die Hündin, genau wie bei herkömmlichen Kastrationen, nüchtern sein.

Der Tierarzt wiegt die Hündin und untersucht sie gründlich.
Er erklärt dem Hundehalter die genaue Vorgehensweise während der Operation und weist selbstverständlich auch auf Risiken hin.
In unserer Tierklinik ist es üblich, dass der Hundehalter dabei sein darf, wenn der Hund die Braunüle gelegt bekommt und der Hund erst weggebracht wird, wenn das Beruhigungsmittel wirkt. So hat der Hund weniger Stress.
Bei unserem Tierarzt wird bei der Hündin vor der Endoskopischen Kastration, während sie in Narkose liegt, eine Sonographie durchgeführt. Hierbei wird festgestellt, ob die Hündin organisch bedingt zu Inkontinenz neigt. Das kann dann gleich operativ verhindert werden. Dazu muss der Hundehalter vorher sein Einverständnis geben. Noch vor Beginn der endoskopischen Kastration bekommt man das Ergebnis der Sonographie mitgeteilt.

Ablauf der endoskopischen Kastration
Der Hund wird intubiert, das Narkosegas wird dadurch genau dosiert zugeführt. Während der Operation erhält der Hund durch den Venenzugang Schmerzmittel.
Der Bauch wird rasiert und desinfiziert. Danach wird die Bauchhöhle mit einer Spezialkanüle punktiert und medizinisches Kohlendioxid rein geleitet. Der Bauchraum wird quasi aufgepumpt um besser sehen und operieren zu können.

Für die endoskopischen Kastration müssen drei ca. 1 cm lange Zugänge zur Bauchhöhle geschaffen werden.
Der erste Schnitt erfolgt im Bereich des Nabels, um die Kamera einzuführen. Mit der Kamera verschaffen sich die Ärzte einen genauen Überblick über die Organe der Bauchhöhle. So können Auffälligkeiten durch die hochauflösende Kamera auf dem angeschlossenen Monitor direkt erkannt und gegebenenfalls reagiert werden (z.B. bei Veränderungen der Gebärmutter).
Durch zwei weitere Öffnungen werden die endoskopischen Instrumente eingeführt, mit denen der Arzt die Eierstücke erfasst, abbindet und aus dem Bauchraum entfernt. Auf den Bildschirm, sieht der Arzt ganz genau, was er tut.
Während der gesamten Operation wird der Herzschlag und die Atmung überwacht. Der Sauerstoffgehalt der Atemluft und der CO2 Gehalt der ausgeatmeten Luft wird ständig kontrolliert.
Am Ende der Operation wird das Kohlendioxid abgelassen und die drei Öffnungen mit einem selbstauflösenden Faden verschlossen und einem großen selbstklebenden Verband abgedeckt.




Nach zwei Stunden ist alles vorbei und man darf seine frisch operierte Hündin wieder in den "Armen halten". Sie hat dann schon die Augen geöffnet und versucht auf ihre vier Beine zu kommen. Nach weitern 15 Minuten im Wartezimmer läuft die Hündin, als wäre nichts gewesen.
Am Tag der Operation gibt es zu Hause nur kurze Spaziergänge an der Leine um die Geschäfte zu verrichten. Abends durfte mein Hund wieder fressen.
Am nächsten Tag ist sie fröhlich gelaufen, es war alles wie immer.
Am zweiten Tag nach der Operation hat meine Hündin wieder mit den anderen Hunden gespielt.

Ich habe mich für die Endoskopische Kastration entschieden, weil ich meiner Hündin so wenig, wie möglich Schmerzen und Einschränkungen zumuten wollte.
Sie ist ein sehr Bewegungsaktiver Hund, der unmöglich 2 Wochen an der Leine geblieben wäre, wie es bei einer normalen Kastration nötig gewesen wäre.
Während der ersten (und einzigen) Läufigkeit war sie total genervt von den aufdringlichen Rüden und stand ständig unter Stress.
Eine Verringerung des Krebsrisikos finde ich natürlich auch gut.

Arwen ist offline  
  #2
Alt 19.03.2011, 21:06
Hundeforum Fan
 
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Ort: Gummersbach
Beiträge im Hundeforum: 347
Und darf ich fragen, wie der Preis für eine endoskopische Kastration im Vergleich zu einer herkömmlichen Kastrastion ist?
Für unsere beiden fast 10-jährigen Hündinnen ist das ja nicht mehr relevant, aber ich denke, das könnte für die Hündinnen nützlich sein, die wir gelegentlich unkastriert aus Ungarn nach Deutschland bringen.
Peanuts ist offline  
  #3
Alt 20.03.2011, 07:57
Hundeforum Fan
 
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Beiträge im Hundeforum: 2.164
Preis

Wie viel man für eine herkömmliche Kastration bei der Hündin bezahlt, weiß ich nicht.
Die Frage kann aber Ninna beantworten. Mona wurde voriges Jahr auf diese Weise kastriert.

Die endoskopische Kastration bei Neffa hat rund 800 € gekostet.
Möglich, dass es bei einem normalen Tierarzt billiger gewesen wäre.
Ich war mit Neffa in Hamburg in einer wirklich guten Tierklinik, die bestens ausgestattet ist und sehr gute Tierärzte hat. Dort wird schon seit einigen Jahren endoskopisch operiert. Sie haben also auf dem Gebiet sehr viel Erfahrung.
Von Anfang an habe ich mich dort gut aufgehoben gefühlt und vor allem ist der Tierarzt mit Neffa total lieb und souverän umgegangen.
Ich will bei meinem Hund bleiben bis er eingeschlafen ist und ich will bei ihm sein wenn er anfängt aufzuwachen.
Ebenso erwarte ich, dass mir der Tierarzt erklärt, was er mit meinem Hund tut und welche Risiken es gibt.
Und ich möchte meine Fragen beantwortet bekommen.
Leider werden diese eigentlich selbstverständlichen Dinge nich bei jedem Tierarzt so gehandhabt.
Als Tierhalter kann ich mir aber aussuchen zu welchem Tierarzt ich gehe. Zum Glück gibt es viele gute Tierärzte!
Arwen ist offline  
  #4
Alt 20.03.2011, 09:38
Ky!
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eine endoskopische Kastration braucht Erfahrung

Zitat:
Möglich, dass es bei einem normalen Tierarzt billiger gewesen wäre.
Endoskopische Verfahren verlangen einiges an Übung des Operateurs. Man hat zwar während des Eingriffs immer die Option, auf das "offene Verfahren" zu wechseln, dass ist ja aber hier nicht an Anliegen. Insofern würde ich da gar nicht zu einem "normalen" Tierarzt gehen, sondern nur zu einem, der die endoskopische Kastration routinemäßig durchführt. Hier kann man auch einfach mal nachfragen: " Wie oft im Jahr führen Sie eine endoskopische Kastration durch? "
Ky! ist offline  
  #5
Alt 20.03.2011, 11:28
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Beiträge im Hundeforum: 347
Ich glaube kaum, dass es ein normaler Tierarzt überhaupt machen würde, aber das hat ja auch was mit Erfahrung und mit der technischen Ausstattung einer "normalen" Tierarztpraxis zu tun.
Und einem Tierarzt der diese OP-Methode nicht routinemäßig macht, würde ich meine Hündin auch nicht gerne als Versuchskaninchen überlassen.
Die herkömmliche Kastration kostet - abhängig vom Gewicht des Hundes = des erforderlichen Narkosematerials - (aber da habe ich ja "nur" die Preise für Schäferhundgröße aufwärts) um 300 - 400 €.
800 € ist schon ein dicker Happen, den sich sicher nicht jeder leisten kann (ganz zu schweigen von den Leuten, für die 400 € schon zu viel ist!)
aber ich glaube, dass die Methode sehr viel schonender für jede Hündin ist.
Peanuts ist offline  
  #6
Alt 20.03.2011, 12:01
Ky!
Administrator
 
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Beiträge im Hundeforum: 417
Zitat:
aber ich glaube, dass die Methode sehr viel schonender für jede Hündin ist.
Die klassischen Vorteile von endoskopischen Eingriffen, also auch der endoskopischen Kastration sind:

- kleine Wunden mit weniger Infektionsrisiko oder Wundkonplikationen
- geringere Schmerzen, weniger Schmerzmittel nötig
- schnellere postoperative Mobilisation und damit der postop Risiken

Die Nachteile sind:

- das Operationsgebiet ist schwierger einsehbar
- bei Problemen muss trotzdem auf die offene Variante gewechselt werden
- durch das Einblasen von Co2 ggf. postop-Schmerzen
- Operationsmethode ist sehr abhängig von der Übung des Operateurs
Ky! ist offline  
  #7
Alt 20.03.2011, 18:04
Hundeforum Fan
 
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Beiträge im Hundeforum: 2.164
Wie viel jeder Mensch bezahlen kann ist sicher sehr unterschiedlich.
Wer wirklich kein Geld hat, kann sich natürlich keine endoskopische Kastration leisten.

Ich finde nur, dass man für seinen Hund und diese schonende Methode - endoskopische Kastration - auch mal auf etwas mehr verzichten kann.
Wer genug Geld hat um zu Rauchen, Alkohol zu trinken, im Restaurant zu essen, Kino und Konzerte besucht usw., der kann auch mal verzichten und das Geld für eine endoskopische Kastration ausgeben.

Meine Hündin würde ich nur einem Tierarzt anvertrauen, der genügend Erfahrung mit der endoskopischen Kastration hat. Dieser Tierarzt hat dann genügend Routine und versteht sein Handwerk.
Modernste Technik und eine Atemnarkose verringern das Risiko einer Komplikation nochmals.
Bekomme ich noch einmal eine Hündin, wird sie auf jeden Fall wieder endoskopisch Kastriert.
Arwen ist offline  
 

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