|
Die Kastrationsbedingte Inkontinenz
Die kastrationsbedingte Inkontinenz
Die Ursache des Harnträufelns nach Kastration ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Bei der Kastration werden die hormonproduzierenden Eierstöcke entfernt. Man hat festgestellt, dass der Verschluss in der Harnröhre im Zusammenhang mit dem Wegfall der Eierstockshormone nachlässt. Der Geschlechtshormonmangel hat demnach einen wichtigen Einfluss auf die Entstehung der Harninkontinenz, ist aber nicht allein für diese Kastrationsfolge verantwortlich.
Durch Harnröhrendruckprofile, eine Spezialuntersuchung, die in einigen grossen Kliniken durchgeführt werden kann, ist es möglich, den Verschluss in der Harnröhre aufzuzeichnen und auszumessen. Untersuchungen am Tierspital Zürich haben gezeigt, dass bei Hündinnen mit Harninkontinenz die Harnröhre nicht richtig verschliesst, und dass diese Reduktion des Harnröhrenverschlusses eine Folge der Kastration ist. Allerdings werden nur diejenigen Hündinnen inkontinent, bei denen der Verschluss extrem stark nachlässt.
Das Harnträufeln tritt in vielen Fällen erst mehrere Jahre nach der Kastration in Erscheinung, sodass ein Zusammenhang nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich ist. Bei einigen Hündinnen kann die Inkontinenz sofort nach der Operation auftreten, bei anderen kann es bis zu 12 Jahre dauern bis sie zu tröpfeln beginnen. Meistens tritt die Inkontinenz innerhalb der ersten 3 Jahre nach der Kastration auf.
Welche Hündinnen sind betroffen?
Grosse Hunderassen mit einem Körpergewicht von mehr als 20 Kilogramm neigen besonders zur Harninkontinenz. Das Problem tritt bei über 30% dieser kastrierten Tiere auf, d.h. jede 3-te Hündin ist nach der Operation davon betroffen.
Bei den kleinen Hunderassen mit einem Körpergewicht von weniger als 20 Kilogramm dagegen sind nur knapp 10%, also jede 10-te kastrierte Hündin, betroffen. Die grossen Hündinnen haben im Anschluss an die Kastration also eine signifikant stärkere Tendenz zum Harnträufeln als die kleinen Hunderassen.
Zudem neigen gewisse Rassen wie z.B. Dobermann, Riesenschnauzer, Rottweiler oder Boxer vermehrt zu Inkontinenz. Von Boxerhündinnen z.B. weiss man, dass über 65% aller kastrierten Hündinnen inkontinent werden. Bei diesen Hunderassen sollte man sich gut überlegen, ob man sie überhaupt kastrieren lassen will. Andere Hunderassen wie z.B. der Deutsche Schäferhund, Berner Sennenhund, Dackel oder Spaniel haben ein geringeres Risiko im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt; sie werden also eher selten inkontinent.
Von den übrigen Hunderassen ist im Moment noch nicht bekannt, wie es bezüglich Inkontinenzrisiko aussieht.
Bei jungen Hündinnen werden bei der Kastration in der Regel nur die beiden Eierstöcke entfernt, während die Gebärmutter in der Bauchhöhle belassen wird. Ist die Hündin schon etwas älter, hat sie schon geboren, wurden Spritzen zur Verschiebung der Läufigkeiten durchgeführt oder ist die Gebärmutter entzündet und mit Eiter angefüllt, so werden die beiden Eierstöcke mit der ganzen Gebärmutter entfernt.
Zwischen diesen beiden Operationsarten gibt es keinen Unterschied bezüglich dem Risiko für Harnträufeln. Die Art der Kastration spielt also keine Rolle. Auch die Tierärztin oder der Tierarzt haben durch ihre Operationstechnik keinen Einfluss auf das Inkontinenzrisiko.
Hat die Art der Operation einen Einfluss?
Bei jungen Hündinnen werden bei der Kastration in der Regel nur die beiden Eierstöcke entfernt, während die Gebärmutter in der Bauchhöhle belassen wird. Ist die Hündin schon etwas älter, hat sie schon geboren, wurden Spritzen zur Verschiebung der Läufigkeiten durchgeführt oder ist die Gebärmutter entzündet und mit Eiter angefüllt, so werden die beiden Eierstöcke mit der ganzen Gebärmutter entfernt.
Zwischen diesen beiden Operationsarten gibt es keinen Unterschied bezüglich dem Risiko für Harnträufeln. Die Art der Kastration spielt also keine Rolle. Auch die Tierärztin oder der Tierarzt haben durch ihre Operationstechnik keinen Einfluss auf das Inkontinenzrisiko.
Was kann man gegen die Inkontinenz tun?
Bei der kastrationsbedingten Inkontinenz ist das Ziel einer Behandlung die Unterstützung und somit Verbesserung der Verschlussfunktion der Harnröhre. Dazu bieten sich konservative und chirurgische Behandlungsmethoden an.
Bei der konservativen Behandlung werden der Hündin täglich Medikamente verabreicht, welche direkt auf die Harnröhrenwand wirken und dadurch deren Verschluss verbessern. Die Mehrheit der betroffenen Hündinnen werden durch diese medikamentelle Behandlung kontinent.
Wenn diese Therapie nur teilweise oder gar nicht erfolgreich ist, oder wenn die Hunde mit starken Nebenwirkungen (v.a. Verhaltensänderungen wie Rastlosigkeit oder Aggressivität) reagieren, kann eine chirurgische Behandlungsmethode in Betracht gezogen werden.
Bei der chirurgischen Behandlungsmethode geht es darum, Kollagen in die Wand der Harnröhre zu injizieren. Kollagen ist ein hoch gereinigtes Rindereiweiss, das auch in der Humanmedizin Anwendung findet.
Um diese Injektion vornehmen zu können, muss die Hündin in Vollnarkose gelegt werden. Ein Endoskop wird via äussere Harnröhrenmündung eingeführt und an drei verschiedenen Stellen wird Kollagen unter die Schleimhaut der Harnröhre gespritzt. An den Injektionsstellen kommt es zu kissenartigen Vorwölbungen, welche die Verschlussfunktion der Harnröhre verbessern. Mit dieser Methode wurden bisher gute Erfolge erzielt; knapp 60% der operierten Hündinnen waren nach einer einmaligen Injektion kontinent, bei einigen wenigen wurde eine weitere Injektion nötig. Die Gewebeverträglichkeit des Kollagens ist ausserordentlich gut. Postoperative Komplikationen werden nicht beobachtet. Leider ist das Kollagen und damit auch die Behandlung relativ teuer.
[url=http://boxerforum.fluestert.net]Deutscher Boxer - Boxerforum - Startseite[/url] (bald: [url]www.deutscher-boxer.net[/url])
|