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  #1
Alt 15.09.2008, 10:18
Jaybiene
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Cayos Epilepsie

Cayo hatte heute morgen wieder einen Anfall, nach genau 6 Wochen.
Das Außergewöhnliche: Er bekam ihn nicht, wie sonst, aus dem Schlaf heraus, sondern kurz nach dem Spielen mit seiner kleinen Lieblingsfreundin Fleur im Moor.
Während des Spielens ist mir aufgefallen, dass er sich nicht so darauf konzentrierte wie sonst, sondern zwischendurch nach etwas Fressbaren suchte.
Üblicherweise haben Hunde NACH ihren Anfällen richtige Heißhungerattacken, was auf die körperliche Anstrengung eines solchen Anfalls zurückgeführt wird und nicht schon VORHER.
Jedenfalls lief Cayo seines Weges und kam plötzlich auf mich zugelaufen. Ich kann nicht sagen, weshalb, doch ich wusste, was passieren würde.
Also ging ich in die Hocke, Cayo lief in meine Arme, er zitterte bereits am ganzen Körper und ich hatte noch Zeit ihn hinzulegen, bevor er fiel.
Der Anfall war ein Grand Mal von 1 Minute. Es war kein schwerer Anfall, Cayo erholte sich sehr schnell. Natürlich habe ich ihm gleich sein Diazepam gegeben. Ich habe im Moment nicht das Gefühl, dass er noch weitere Anfälle bekommt.

Normalerweise geht es mir nach Cayos Anfällen selber dann nicht besonders gut, ich bin bedrückt und brauche wie mein Hund einfach Zeit, um mich "wieder einzukriegen".
Doch heute war es anders.
Denn ich kann schon beinahe sicher behaupten, dass ich WEISS, weshalb er ausgerechnet jetzt einen epileptischen Anfall bekam und nicht IN einer oder VOR einer Woche... um mal ein Beispiel zu nennen.

Es lag an dem Medikament, welches er seit 5 Tagen bekommt. Es ist keines, was üblicherweise Krämpfe verursacht, nichts dergleichen steht auf der Packungsbeilage, sondern eine harmlose Suspension namens Ulcogant, die ein Zuviel an Magensäure bindet, weil Cayo immer sehr viel aufstoßen muss.
Meine Erkenntnis: Seit dem Zeckenmittel Frontline ist mir aufgefallen, dass Cayo nach JEDEM Medikament Anfälle bekam. Isoliert betrachtet, ist dies kein Beweis, aber in der Summe jedoch weit mehr als ein reiner Verdacht!
Ich habe noch genau die Worte von Cayos Ärztin im Ohr: "Theoretisch kann alles Chemische Anfälle auslösen, deshalb müssen wir darauf achten, dass er nur soviel Medikamente bekommt, wie unbedingt nötig."
"Alles Chemische kann Anfälle auslösen...", ja bei Cayo ist dies LEIDER so.
Eigentlich ist diese Erkenntnis schlimm, weil Cayo ja nie nur mit einer Krankheit auskommt, sondern ein super-empfindlicher Hund ist, der im Grunde dauernd was hat.
Aber es hat auch sein Gutes, denn im Umkehrschluss bedeutet es ja auch, hätte Cayo dieses eigentlich harmlose Medikament nicht bekommen, wäre er wahrscheinlich viel länger anfallsfrei geblieben.

Und deshalb: An alle Foren-Freunde und Betroffene "da draußen":
Es ist richtig und ababdingbar, sein epilepsiekrankes Tier mit Argusaugen zu beobachten - denn nur so kann man Anfallsregelmäßigkeiten erkennen und seine Rückschlüsse ziehen.
Was ich damit sagen will:
Die Krankheit selbst kann man verallgemeinern, es gibt die primäre und sekundäre Epilepsie, es gibt bestimmte Anfallsformen, Therapieformen etc..

Doch DARÜBERHINAUS ist jedes betroffene Tier ein INDIVIDIUM und reagiert entsprechend individuell. Und hier gilt es, "Ohr an Masse zu halten", um ganz persönliche Rückschlüsse für den eigenen Hund oder die eigene Katze, jenseits der üblichen Medikation, ziehen zu können.
Ich weiß selbst, dass kein Medikament der Welt die URSACHE für Cayos Epilepsie sein kann, aber, sie ist einer der AUSLÖSER.
 
  #2
Alt 15.09.2008, 12:28
Peanuts
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Ich versuche mal, da noch ein Hauptmittel anhand der geschilderten Symptome zu finden.
Ansonsten: es tut mir Leid, dass es auch Cayo wieder mal "erwischt" hat.
Scheint ja so, als hätte sich bei ihm auch ein bisschen was verändert in der Form der Anfälle oder in Sachen Erholungszeit nach einem Anfall, aber das kann man sicher nicht so pauschal sagen, dazu muss man erst die weitere Entwicklung abwarten...
Klingt jedenfalls so, dass ich erleichtert bin, zu lesen, dass er sich schneller als üblich wieder erholt hat.
*daumendrück*
 
  #3
Alt 15.09.2008, 15:03
mecss
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Einerseits ist der Tag für mich heute gelaufen, da Cayo wieder seinen Anfall hatte, echt traurig, aber andererseits finde ich es gut, dass es ihn anscheinend nicht mehr so mitnimmt...kommt angelaufen um mitzuteilen, dass es ihm gleich schlecht gehen wird und dann wieder weitermachen...das ist doch auch mal ein gutes Zeichen...aber bei so einer netten und guten Mama wird es ihm alle mal besser gehen...Kopf hoch...eine Tür geht zu und eine andere geht auf...Versprochen...:36_4_6:

i.d.S. mecss
 
  #4
Alt 15.09.2008, 15:30
Jaybiene
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Peantus und mecss, ihr seid wirklich schwer in Ordnung, wisst ihr das? Und mit dem, was ihr sagt, helft ihr schon sehr.

Euren Zuspruch kann ich echt gut gebrauchen, Cayo hatte vorhin einen zweiten Anfall, diesmal ist es zuhause, aber im wachen Zustand passiert.
Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, er kam ohne jede Vorwarnung.

Cayo jaulte und heulte laut auf, es war furchtbar! Meine Tochter war zuerst da. Sie meinte, er hätte sie gar nicht erkannt, dass ist so noch nie passiert - der Anfall selbst hat aber nur eine gute Minute gedauert.
Zur Zeit ist er sehr nervös, findet keine Ruhe, läuft herum und fiept viel. Das ist bei ihm aber fast immer so nach einem Anfall.

Ich vermute ja, dass Cayo inzwischen so gut wie keine Medikamente verträgt, da seine letzten Anfälle jedes Mal damit im Zusammenhang standen.

Ich habe heute noch mit der Tierklinik gesprochen und am Sonnabend haben wir sowieso einen Beratungstermin, weil wir im Oktober für eine Woche in Urlaub fahren und unseren Cayo natürlich mitnehmen wollen. Da wollen wir alles richtig machen und "auf Nummer Sicher gehen".
 
  #5
Alt 15.09.2008, 16:58
mecss
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Weißt du, ich lebe nach dem Motto "Die Hoffnung stirbt zu letzt..." und euer Cayo hätte wohl für euch auch Hoppeness oder Hoppy heißen können...aber so ist es im Leben, es gibt mal Sonne und mal Regen und z.Z. hattet ihr einen Regenschauer, aber nach jedem Regen kommt die Sonne wieder. Die Sonne ist für mich wie die Hoffnung, sie ist nie weg, nur von Wolken verdeckt...

i.d.S. mecss
 
  #6
Alt 15.09.2008, 18:08
Jaybiene
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'Sonne hinter Wolken', das ist eine schöne Metapher, mecss!

Epilepsie ist ja eine Art "Gewitter im Kopf" und wir müssen wohl noch etwas auf den Sonnenschein warten, denn Cayo hatte seinen dritten Anfall.

Er bekam ihn, fast direkt nach dem Spaziergang.
Cayo legte sich, oh Wunder, ausnahmsweise schlafen, schreckte nach ca. 10 Minuten hoch, lief zu mir und ich konnte schon sein Zittern spüren...
...dieser Anfall war sehr heftig, ich konnte Cayo kaum am Boden halten, aber Gott sei Dank war der Spuk nach einer Minute vorbei.

Die Ärztin sagt, ich könne Cayo bis zu 3 Diazepam-Zäpfchen auf einmal geben. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass es bei diesen 3 Anfällen nicht bleibt und wir noch mit weiteren rechnen müssen. Wird es sehr schlimm, fahren wir gleich in die Klinik, die Notrufnummer haben wir ja.

Cayo selbst geht es im AUGENBLICK ganz gut, er ist zwar sehr aufgeregt und nervös, hat aber gute Laune - was mich SEHR freut.

@ky
Du bist hier im Forum ja unser "Medizinmann" und ich weiß nicht, wie du dies hier bewertest. Es geht hier nicht um Wissen, sondern lediglich um deine Einschätzung.
Cayos Magenmittel enthält als Hauptwirkstoff eine Aluminium-Verbindung.
In der Verpackunsbeilage habe ich nichts gelesen, was das ZNS beeinflussen könnte. Dann hatte ich ein wenig gegooglet, und ein anderes Mittel mit ähnlichem Wirstoffkomplex gefunden, welches durchaus Krämpfe unter bestimmten Bedingungen hervorrufen kann.
Auf "deiner" schweizer Veterinärseite habe ich Ähnliches gefunden.

Beides habe ich zum Angucken einmal hochgeladen.
Nun habe ich gehört, dass diese Magenmittel immer auf das ZNS wirken, aber nicht indem Bereich, der für die epileptischen Anfälle zuständig ist. Das ist jetzt wirklich sehr vage und laienhaft ausgedrückt, aber vielleicht kannst du dennoch etwas damit anfangen.

Fakt ist, dass Cayo nach allen Medikamenten in der letzten Zeit gekrampft hat. Abgesehen von dem einen Säureblocker, den er überhaupt nicht vertrug und den wir deshalb sofort absetzten.
Ich denke, dass es da schon Zusammenhänge zwischen den Anfällen und diesen Medikamenten gibt - denn "ohne" war er ja anfallsfrei, nur "mit" krampfte er, vor allem auch so untypisch.

Wisst ihr, ich muss in diesen Fällen an Arwen denken, die einmal schimpfte wie ein Rohrspatz, was für sie eher ungewöhnlich ist, und meinte, man müsste wohl schon mit seinem Notebook zum Arzt, um sicher zu gehen, dass die Medikamente auch wirklich unschädlich sind.
Ich weiß noch, dass es da um eines ging, was ganz offiziell NICHT für Epileptiker geeignet ist - aber manchmal ist die Situation sehr subtil und bei empfindlichen Hunden kann doch mal was sein.

Wir hoffen, dass Cayo nun erst einmal ohne Chemie auskommt, wenn man mal von seinem Luminal und dem Diazepam absieht - und er dann vielleicht nicht mehr so schlimme Anfälle bekommt.
Doch erst einmal müssen wir diesen Tag und diese Nacht überstehen.
 
  #7
Alt 15.09.2008, 19:08
Hundeforum Fan
 
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Registriert seit: 09.05.2009
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Es tut mir so leid, dass Cayo gleich drei Anfälle bekommen hat. Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass es dabei bleibt.
Mit einem Anfall können die Hunde ja recht gut umgehen und sind anschließend eigentlich wieder fit. Wenn es aber mehrere hintereinander sind, dann setzt die Unruhe und irgendwann die Erschöpfung ein.
Für uns Menschen ist es genau so schlimm. Wir können nur dafür sorgen, dass sich unsere Lieblinge nicht verletzen und ihnen all unsere Liebe und Fürsorge schenken. Ansonsten müssen wir abwarten und hoffen, dass es keinen weiteren epileptischen Anfall gibt.
Da Odin auch schon viele Anfälle an einem Tag hatte, weiß ich genau wie sich Cayo und wie ihr euch fühlt.
Für den Moment ist es ein Rückschritt, aber es werden bessere Zeiten kommen.
Ich bin davon überzeugt, dass es eine Art Prüfung ist. Und ich weiß, wir werden diese Prüfung bestehen, weil wir unsere Hunde lieben und immer für sie da sind.

Wir werden die Epilepsie unserer Hunde in den Griff bekommen!
Arwen ist offline  
  #8
Alt 15.09.2008, 20:21
Ky!
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Zitat:
@ky
Du bist hier im Forum ja unser "Medizinmann" und ich weiß nicht, wie du dies hier bewertest. Es geht hier nicht um Wissen, sondern lediglich um deine Einschätzung.
Cayos Magenmittel enthält als Hauptwirkstoff eine Aluminium-Verbindung.
In der Verpackunsbeilage habe ich nichts gelesen, was das ZNS beeinflussen könnte. Dann hatte ich ein wenig gegooglet, und ein anderes Mittel mit ähnlichem Wirstoffkomplex gefunden, welches durchaus Krämpfe unter bestimmten Bedingungen hervorrufen kann.
Auf "deiner" schweizer Veterinärseite habe ich Ähnliches gefunden.
Wie ich das so gesehen habe, bewirkt Aluminium erst bei Intoxikationen Anfallsgeschehen. Ich glaube also, dass es nicht primär daran liegt.

Was ich mir vorstellen könnte, ist, dass das Medikament die Aufnahme seines Phenobarbitals beeinflußt hat. Durch ein Bindemittel der Magensäure verändert man ja nun auch den ph-Wert. Ob dieser Effekt relevant ist, vermag ich nicht zu sagen.



Zitat:
"Alles Chemische kann Anfälle auslösen..."
Ich glaube, dass ist etwas zu pauschal. - Natürlich "kann" es, aber ich gebe zu bedenken, dass es schließlich so etwas wie die Blut-hirn-Schranke gibt. Einige Medikamente kommen in üblicher dosis dort ohne Schädigung der Schranke gar nicht durch.

Bitte seid mit der Meinungsbildung " Alle Medikamente schaden meinem Tier " vorsichtigt. Diese Einstellung tut keinem gut und könnte gefährlich werden......
 
  #9
Alt 16.09.2008, 22:41
undine
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ohje, Jaybiene, habe gerade eben erst gelesen, dass Cayo diese Anfälle hatte! Als du den ersten beschriebest, habe ich schon geheult, weil mir dieses Bild, er kam zu dir, so nah ging. Aber das es dann noch schlimmer wurde...
Dennoch: ich glaube auch, Ihr werdet Euren Weg finden! Ich kenne aus meiner eigenen Geschichte, dass es irgendwann wieder Sonnenschein geben wird, selbst wenn Ärzte einen für verloren erklären. Ich glaube fest an Euch!
 
  #10
Alt 16.09.2008, 22:43
Ky!
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Jaybiene war heute noch gar nicht online. Wir machen uns da nach den neuesten Berichten Sorgen!
 
  #11
Alt 16.09.2008, 23:41
Jaybiene
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Ein ganz, ganz dickes Dankeschön für eure Nachfragen! :36_4_16:

Es ist schon sehr spät, aber ich möchte auf die Schnelle erst einmal Entwarnung geben, dies ist deshalb nur ein knapper "Vorbericht" - alles andere dann später.

Ja, es war wirklich sehr schlimm. Cayos weiteres Anfallgeschehen machte uns ganz große Sorgen. Ich rief um ca. 21.30 Uhr in der Tierklinik an und er sollte sofort gebracht werden.

Cayo bekam eine Infusion und musste in der Klinik bleiben. Wir konnten Cayo erst am nächsten Abend wieder abholen bis klar war, dass sich sein Zustand sicher stabilisiert hatte.
 
  #12
Alt 17.09.2008, 01:03
mecss
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Das ist dann wieder gut zu hören, dass es dem hübschen Burschen besser geht...dann möchte ich gern folgendes sagen:
...wohl wissend, dass es für euch und Cayo nicht einfach ist zu dieser Zeit, möchte ich dennoch euch Trost und Mut zu sprechen, dass am Ende des Tunnels immer Licht ist...das Licht ist stets vorhanden, eben nur durch unnütze Dinge verdeckt. Diese Dinge lassen sich nicht immer gleich oder überhaupt entfernen damit Licht reindringt, aber dennoch können wir versuchen in dieser kalten Dunkelheit euch ein bißchen Licht schenken...


i.d.S. mecss:emot64:
 
  #13
Alt 17.09.2008, 10:14
Hundeforum Fan
 
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Registriert seit: 09.05.2009
Beiträge im Hundeforum: 2.164
Es war für Cayo und euch sicher ganz schrecklich.
Hoffentlich erholt der arme Kerl sich nun ganz schnell. Wichtig ist aber erst mal, dass die Gefahr vorüber ist und ihr euren Cayo wieder bei euch habt.
Wurde bei Cayo der Phenobarbitalspiegel in der Tierklinik bestimmt. Es ist doch möglich, dass er durch das Magenmedikament erniedrigt ist. Dann hätte man auch eine Erklärung für die vielen Anfälle.
Odin in einer Tierklinik abgeben zu müssen wäre für mich ein Alptraum.
Da der Große ja in der Tötungsstation im Käfig war, würde so etwas bei ihm alte Erinnerungen wach werden lassen. Deshalb habe ich mich auch damals bei seinen viele Anfällen geweigert Odin auch nur eine Minute alleine zu lassen.
Egal was mit ihm passiert, ich muss bei ihm bleiben.
Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass Cayo ganz schnell wieder der "Alte" wird und er nun gaaaaanz lange Zeit keine epileptischen Anfälle bekommt.
Arwen ist offline  
  #14
Alt 17.09.2008, 11:08
Jaybiene
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Vorab möchte ich mich noch einmal bei euch allen bedanken, euer Zuspruch war für mich wirklich eine sehr große Hilfe!


Zitat:
Arwen: Wurde bei Cayo der Phenobarbitalspiegel in der Tierklinik bestimmt. Es ist doch möglich, dass er durch das Magenmedikament erniedrigt ist. Dann hätte man auch eine Erklärung für die vielen Anfälle.
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Der Phenobarbitalspiegel ist gestern sicherheitshalber noch einmal getestet worden.
Das Magenmedikament ist nicht der Verursacher für einen erniedrigten Luminalwert gewesen - sondern die KOHLETABLETTEN, die ich Cayo wegen seines Durchfalls gegeben hatte!

Da Cayo ein komplizierter Hund mit vielen Krankheiten ist, ist Durchfall durchaus keine Seltenheit bei ihm (Kohletabletten bekam er unter Luminal aber das erste Mal). Durch den andauernden Schrecken und die furchtbaren Sorgen um ihn, vergaß ich komplett, dies der Ärztin zu erzählen.

Und dass Kohletabletten auf gar keinen Fall bei Epilepsie gegeben werden dürfen, weil sie die Wirkung absorbieren, der Verdacht kam mir erst gestern.
Es ist ja so, dass man unheimlich viel liest und sich sicher nicht immer alles merkt. Oft wertet man die Wichtigkeit einer Information auch unterschiedlich.
Jedenfalls ist mir so ganz vage in Erinnerung geblieben, dass Arwen schon mal irgendwann, irgendwas über Kohletabletten und Epilepsie geschrieben hatte.

Als ich den Beitrag, in dem sie das erwähnte gefunden hatte, habe ich mir den Rest sozusagen ergoogelt und kann sagen, dass es stimmt:

Epileptiker dürfen auf gar keinen Fall Kohletabletten bekommen, für jeden anderen sind sie harmlos, selbst für Babies, aber nicht für Menschen und Tiere mit Epilepsie!

Heute morgen rief ich gleich unsere Tierärztin an, die diesen Zusammenhang voll bestätigte.
Es ist so, als hätte man die Luminaldosierung abrupt und radikal reduziert, und sowas MUSS unweigerlich zu Krämpfen führen - und da Cayo auch eine ordentliche Menge Kohletabletten erhielt, bekam er diese furchtbaren Serienanfälle, die sich übrigens von Mal zu Mal verschlimmerten.
Nach dem ersten Anfall lagen noch 5 Stunden dazwischen, dann 3 und 2 Stunden - und zuletzt nur eine halbe.

Die Anfälle waren wirklich schrecklich - und sie wären mit normalen Mitteln niemals zu stoppen gewesen. Cayo wäre höchstwahrscheinlich in einen status epilepticus gefallen und das MUSSTEN wir UNBEDINGT verhindern, deshalb die Fahrt in die Tierklinik und deshalb die Infusion.
Ich musste an Odin denken, den lieben gutmütigen und großen Odin, der ja ganz genau dasselbe durchleiden musste - auch er bekam diese Infusion und es war das einzig Richtige!

Die Ärztin tröstete mich aber, und meinte, ich sollte mir nicht so viele Selbstvorwürfe machen, man könne unmöglich an alles denken oder alles wissen und in dieser Stresssituation und Sorge um Cayos Leben schon mal gar nicht.

Aber gestern kannten wir die Ursachen für Cayos Anfälle noch nicht.
Deshalb dachte die Ärztin kurzzeitig an eine besondere Erbkrankheit namens MDR1. Dies ist ein Gendefekt, vornehmlich bei Collies. Inzwischen werden aber auch Belgische Schäferhunde und Kelpies darauf getestet.
Und dieser Gendefekt sorgt eben dafür, dass diese Schranke zum Hirn, von der Ky sprach, eben nicht funktioniert und die betroffenen Hunde deshalb KEINE oder nur ganz wenige Medikamente vertragen.

Arwen sprach mal von einer Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe zwischen dem Arzt und den Patienten, bzw. deren Besitzer, wenn es um Tiere geht.
Und unsere Ärztin und wir haben diesselbe Einstellung.
Sie war aus bestimmten Gründen nicht der Meinung, dass man Cayo auf diese Erbkrankheit testen sollte, stimmte mirzuliebe aber zu.
Was ich ganz toll fand, ist, dass sie sich weitere Informationen einholte und noch mit Hannover sprach. Sogar mit mehreren Ärzten. Und sie sagte, es gäbe dort 2 Fraktionen, die einen meinten, dieser Test mache bei Cayo Sinn, die anderen nicht.
Tja, keiner wusste was von den Kohletabletten zu dem Zeitpunkt - und es waren wohl die teueresten, die wir je gekauft hatten - aber es nützt nichts, und ich werde mir auch keine weiteren Vorwürfe machen, denn man kann nun mal nicht alles wissen.
Wenn ich nicht von mir aus "Verdacht geschöpft" hätte und daraufhin genauer nachgelesen hätte, hätten wir die Ursache von Cayos Krämpfen immer noch nicht herausgefunden.

Das Positive hinter all dem Schrecklichen:
Wir wissen nun, dass es keine wirkliche Verschlechterung war, wir kennen die Ursachen und können uns künftig danach richten - und wir haben eine so tolle Tierärztin, die immer für Cayo da ist und mit uns gemeinsam alles für ihn tut... im Team sozusagen.

Und das macht Mut, es ist wichtig, eigene Beobachtungen mit ärztlichem Fachwissen zu paaren, so, wie ihr es bei euch und eurer Ärztin auch ist, Arwen - denn dann kann man den Kampf gegen diese schreckliche Krankheit gewinnen!

Und es ist so, wie mecss sagt: Die Sonne ist immer da... sie versteckt sich nur manchmal hinter Wolken...
 
  #15
Alt 17.09.2008, 12:37
Hundeforum Fan
 
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Registriert seit: 09.05.2009
Beiträge im Hundeforum: 2.164
Sicher macht man sich sehr große Vorwürfe.
Das nächste Mal bist du aber ganz gewiß vorsichtig.
Bevor unsere Hunde irgend ein Medikament bekommen, muss sicher gestellt sein, dass es für Epileptiker geeignet ist.
Das mit den Kohletabletten wusste ich, weil ich auch schon mal daran gedacht habe sie Odin bei Durchfall zu geben. Damals hat Ky nachgeschaut und ich habe beim nächsten Tierarztbesuch mit Odins Ärztin gesprochen, die es total verboten hat. Mir aber auch erklärt hat, warum Epileptiker keine Kohletabletten u.ä. bekommen dürfen.
Es war eine bittere Erfahrung, die ihr machen musstet. Aber irgendwo ist das Wissen um die Ursache dieser schrecklichen Krämpfe auch gut.
In zwei, drei Wochen wird Cayo den wirksamen Phenobarbitalspiegel wieder erreicht haben und dann beginnt ein neuer Abschnitt.
Wir drücken eurem tollen schwarzen Freund die Daumen, dass er sich ganz schnell erholt und wieder fröhlich über die Wiesen läuft. :041:
Arwen ist offline  
  #16
Alt 17.09.2008, 13:33
Peanuts
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Wenn es nicht so schrecklich wäre, könnte man sich nun an dieser Stelle schmunzelnd an den Kopf fassen.
Ich hatte Jaybiene in einer email abends nochmal nach Cayos Zustand gefragt, nachdem ich durch einen sehr eigenartigen Traum wach geworden war.
Den habe ich Jaybiene auch geschildert, weil ich "irgendwie" die Gewissheit hatte, es hat mit Cayo zu tun.
In diesem Traum nun ging es um einen Plastikschlauch, mit dem Jaybiene mir Wasser "schicken" wollte, weil unser Wasser abgedreht war, wi aber einen Wasserwechsel ma Aquarium machen wollten. UNd ich saß im Traum vor dem offenen Kühlschrank und starrte hinein. Was ich Jaybiene nicht geschrieben hatte, weil es mir gar zu abwegig und zu weit aus dem Traumland hergeholt erschien: Ich starrte in den Kühlschrank und überlegte, die Rückwand zu öffnen, um zu sehen, wieviel FCKW er intus hat. FluorChlorKohlenWasserstoff.
Hätte ich das doch auch noch geschrieben, dann wäre die Erinnerung an die Kohletabletten vielleicht schneller gekommen.
Und damit hätte ich dann auch rausgefunden, warum ich meinte, der Traum hätte was mit Cayo zu tun.
Aber egal, ich freue mich, dass es dem Süßen nun wieder besser geht und dass ihr auch wißt, warum es zu dieser schrecklichen Anfallsseerie kam.
Mach dir keine Vorwürfe - (das hast du wahrscheinlich sowieso schon zur Genüge gemacht), - Shit happens. Und in dieser Form wird es wohl nie wieder passieren.
 
 

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