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Alt 02.09.2008, 17:52
Jaybiene
Gast
 
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Beiträge im Hundeforum: n/a
Lächeln Epilepsie - eine Hundegeschichte, die Mut macht!


Aufgrund der Epilepsie meines Belgischen Schäferhundes habe ich von Anbeginn sehr viel über diese Krankheit gelesen und recheriert. Manchmal hatte ich das Gefühl, bald überall "rumzustochern", nur um möglichst viel zu erfahren und bloß ja keine Chance zu verpassen - und sei sie noch so klein und unbedeutend.

Der Preis dafür war dann manchmal eine tiefe Niedergeschlagenheit, da es im Internet sehr viele Fallbeispiele von Hunden gibt, bei denen diese schlimme Krankheit so schlecht verlaufen ist, dass die Hunde sogar eingeschläfert werden mussten.

Daher wuchs meine Angst vor dem so genannten "status epilepticus", das ist ein Anfall, aus dem der Hund im schlimmsten Fall nicht wieder herausfindet.
Doch dann wurde mir klar, weshalb es im Internet so viele Negativ-Beispiele gibt:
Der Leidensdruck einer Veröffentlichung ist für die Halter solcher Hunde natürlich ungleich größer, als bei denen, die es geschafft haben. Dies ist verständlich, erzeugt aber eine Schieflage der tatsächlichen Situation.

Deshalb zunächst ein Aufruf an dieser Stelle:


Leute, wenn ihr die Epilepsie eures Hundes in den Griff bekommen habt - bitte berichtet darüber, teilt eure Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen!
Es ist egal, wie lange es gedauert hat - entscheidend ist einzig und allein, dass ihr es geschafft habt!
Damit macht ihr den Haltern epilepsiekranker Hunde mehr Mut, als ihr es euch vielleicht vorstellen könnt!




Meine kleine Geschichte begann heute morgen im Moor:

Von weitem sah ich eine Frau mit ihrem Berner Sennenhund. Als sie unseren Cayo entdeckte, nahm sie ihren Hund sofort an die Leine. Ich tat es ihr gleich, rief ihr aber zu, dass meiner friedlich und verspielt sei. Daraufhin ließen wir unsere Hunde los.
Als die zwei kurz miteinander gespielt hatten, fragte ich die Frau: "Entschuldigen Sie bitte meine Direktheit... aber ist ihr Hund Epileptiker?"
Sie guckte mich baff-erstaunt an und bejahte meine Frage. Wir waren natürlich sofort im Gespräch und sie erzählte mir die Geschichte ihres Berner Sennenhundes Homer:
Homer gehört zu einer Familie mit kleinen Kindern und wird über alles geliebt. Doch eines Tages musste er notoperiert werden und alle waren so dankbar, dass er weiterleben durfte und bald ging es ihm auch wieder richtig gut.
Doch plötzlich begann er zu krampfen und es stellte sich heraus, Homer hatte Epilepsie! Wahrscheinlich ausgelöst durch das Narkosemittel.
Zu dieser Zeit war Homer knapp 2 Jahre alt.
Für den Hund, für die Frau, ihren Mann und die Kinder begann eine Tortour: Homer krampfte und krampfte und krampfte.
MINDESTENS alle 2 Wochen und JEDES Mal 6 bis 7 Anfälle hintereinander!
Homer wurde traditionell mit Luminal und später noch mit Kaliumbromid therapiert.

Aber - und nun kommt es: Es dauerte geschlagene 1,5 Jahre, bis er richtig eingestellt war.
Ich hakte nach: "Hat er seitdem noch Anfälle - und wenn, wie oft?"
Ihre Antwort: "Nach diesen schwierigen anderthalb Jahren hatten wir es wirklich geschafft. Und ja, Homer bekommt noch Anfälle. Aber nur noch 1 bis 2 im JAHR!"
Vor mir stand eine Frau, für die das Thema Epilepsie keine Bedeutung mehr hatte. Die erlebten Schrecken waren Schrecken der Vergangenheit.
Und vor mir stand ein glücklicher Hund der gerne lebte und sich zufrieden von mir kraulen ließ.
Homer ist jetzt 7 Jahre alt - MIT dieser Krankheit - und er wird bestimmt noch viele schöne Jahre vor sich haben, mit seiner Familie, die ihn nicht aufgab und um ihn kämpfte, bis zu einem GUTEN Ende.

Nun, zum Schluss, stellt sich noch die Frage, weshalb ich diese Frau ohne weiteren Grund auf eine mögliche Epilepsie ihres Hundes ansprach.
Die Antwort ist einfach: Sie war mir schon einmal begegnet. Ein einziges Mal zuvor. Auch im Moor und mit Cayo. Doch Cayo war damals ein kleiner ca. 10 Wochen alter Welpe und wir wussten nichts von Krämpfen, Epilepsie oder anderen Krankheiten. Und damals erzählte mir diese Frau von sich aus, dass ihr Hund Epilepsie hatte.



/jaybiene@hunde-united.com-hundefotos-cayo-foto1559-cayo10wo3.jpg[/IMG]



/jaybiene@hunde-united.com-hundefotos-cayo-foto1558-cayowelpe1.jpg[/IMG]


Und ich stelle mir die Frage, weshalb ich diese Frau mit ihrem Hund nicht wirklich vergessen hatte. Ich vergesse dauernd Leute und merke mir längst nicht alle Gesichter. Aber hier war es anders.
Vielleicht, weil sich der Kreis an dieser Stelle schließt? Der kleine Cayo von damals ist erwachsen und ist selbst Epileptiker. Aber das konnte ich damals ja noch gar nicht wissen.
Doch vielleicht sollte ich diese Geschichte und den erfolgreichen Kampf um Homer einfach aufschreiben und weitererzählen, um allen Betroffenen Mut zu machen?

Dies ist nicht nur eine Geschichte für epilepsiekranke Hunde - sondern eine für ALLE Tierhalter.

Denn egal, ob man nun einen Hund hat, eine Katze oder ein Meerschweinchen - krank werden können alle Tiere.
Und wenn es mal ganz hart kommt, soll jeder Tierhalter wissen, dass es sich auch und gerade in schweren Zeiten lohnt, für sein Tier da zu sein und man niemals aufgeben darf.
Und an all die anderen: Freut euch an euren gesunden Tieren. Denn dies ist keine Selbstverständlichkeit.
 
  #2
Alt 02.09.2008, 19:26
Hundeforum Fan
 
Benutzerbild von Arwen
 
Registriert seit: 09.05.2009
Beiträge im Hundeforum: 2.164
Schön, dass du diese Geschichte aufgeschrieben hast. Sie wird sicher vielen Lesern Mut machen.
Leute, die die Epilepsie ihrer Hunde in den Griff bekommen haben, waren alle sehr ausdauernd. Bei den meisten hat es ähnlich lange, wie bei Homer gedauert.
Aber dieser Kampf lohnt sich.
Ein fröhliches, lebenslustiges Tier ist der schönste Dank für all die Sorgen und die schlaflosen Nächte.

Eines Tages werden wir eine ähnliche Geschichte von Cayo und Odin schreiben.
Bis dahin kämpfen wir, machen uns Mut und trösten uns, wenn es nötig ist.

Odin hat so viele gute Freunde, zwei- und vierbeinige, die immer nach ihm fragen und für ihn da sind. Da muss er einfach gesund werden!
Arwen ist offline  
  #3
Alt 02.09.2008, 22:08
undine
Gast
 
Benutzerbild von undine
 
Beiträge im Hundeforum: n/a
Ich habe auf alle Fälle eine Gänsehaut bekommen!

Das ist so schön zuhören, dass es auch mit der Epilepsie ein Happy End geben kann!:36_4_13:
 
  #4
Alt 03.09.2008, 05:30
Peanuts
Gast
 
Benutzerbild von Peanuts
 
Beiträge im Hundeforum: n/a
Eine schöne Geschichte. Ja, manchmal schließt sich nach Jahren ein Kreis, und es heißt ja auch "Man begegnet sich im Leben immer zwei mal".
In diesem Fall hat die zweite Begegnung den Sinn der ersten Begegnung erklärt.
Und was für ein schnuckeliges Männlein Cayo als Baby war! Zum verlieben!!!!

Ich würde die Geschichte auch gerne für den post des Monats nominieren, kriege aber nicht heraus, wie das geht.
Vielleicht kann mir einer das mal erklären.
 
  #5
Alt 03.09.2008, 07:05
Jaybiene
Gast
 
Benutzerbild von Jaybiene
 
Beiträge im Hundeforum: n/a
Zitat:
Zitat von Peanuts Beitrag anzeigen
Eine schöne Geschichte. Ja, manchmal schließt sich nach Jahren ein Kreis, und es heißt ja auch "Man begegnet sich im Leben immer zwei mal".
In diesem Fall hat die zweite Begegnung den Sinn der ersten Begegnung erklärt.
Und was für ein schnuckeliges Männlein Cayo als Baby war! Zum verlieben!!!!

Ich würde die Geschichte auch gerne für den post des Monats nominieren, kriege aber nicht heraus, wie das geht.
Vielleicht kann mir einer das mal erklären.
Peanuts, das hast du gut gesagt! "Man begegnet sich immer zweimal im Leben"!
Und nun treffe ich diese Frau gestern morgen wieder, nach 2 Jahren!
Ich habe sie nur diese beiden Male gesehen.
Mich hat diese Begegnung und ihre Geschichte richtig aufgewühlt.

Zu dem Post des Monats: Du musst dann einfach zu dem Artikel gehen den du wählen möchtest und oben rechts steht "vote", da musst du drauf klicken.

Aber Achtung: Du bist selber Anwärter, wie ich gesehen habe. Das bedeutet, wenn du mich wählst, werde ich deinen Beitrag auch vorschlagen. Sonst gibt's da nämlich 'ne Schieflage!
 
 
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muss ein hund bei einem status epilepticus immer eingeschlaefert werden


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