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Hundeforum Fan
Registriert seit: 28.12.2010
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Selbst wenn ihr meinen ungefragten Kommentar als Klugscheißerei empfindet, Anett und Muggelchen, kann ich es mir hier nicht verkneifen, meine Überlegungen dazu zu schreiben.
Mag sein, dass ich auch eines Tages mal meinen Meister in Sachen Hundeerziehung finde, aber .... auch ein Beagle ist letztlich ein Rudeltier und ordnet sich dem unter, was das Rudel von ihm erwartet.
Umsomehr, weil die Beagles ja sowieso traditionell für die Meutejagd gezüchtet sind und "genetisch auf Gruppenfunktion programmiert" sind.
Was anderes mag es natürlich sein, wenn ein Beagle jagdlich als Einzeltiertier geführt und erzogen worden ist.
Dennoch: ein gut erzogener Jagdhund, - ganz einerlei, wie stark der Trieb ist und auf welches Wild der Hund geprägt ist - darf sich NIEMALS erlauben, ohne entsprechendes Kommando auf eigene Faust loszustochen, denn dann wäre er für die Jagd überhaupt nicht geeignet und würde nicht eine einzige der erforderlichen Prüfungen bestehen.
Wenn so ein Hund natürlich dann schon mal ein Wildschwein gestellt hat und stolz wie Oskar darüber ist und dann auch noch (auch ohne Worte teilt sich einem klugen Hund sowas mit!) merkt, dass sein Rudelchef davon höchst beeindruckt ist und das toll findet, wird sich schwer tun, das nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu wiederholen.
Im Normalfall weiß aber ein Jäger, dass Beagles nicht für die Wildschweinjagd, sondern nur in der Meute als Treiberhunde bei Treibjagden zum Einsatz zu bringen sind und wird ihn, falls es dann doch mal passiert ist, dafür tadeln.
Damit bin ich bei meinem nächsten Einwand: NATÜRLICH macht es Sinn, den Hund zu tadeln und auch ggf. scharf zur Ordnung zu rufen, wenn er nach 3 Stunden endlich geruht, von seinem Ausflug wieder zu kommen.
Es macht sicher keinen Sinn, ihm dann Kommandos wie "Pfui" und "Nein!" um die Birne zu schreien, aber egal, wie stolz und schwanzwedelnd er zu mir zurück gelaufen käme, er wäre als erstes SOFORT und durchaus auch ruppig an der kurzen Leine und DANN käme eine gepfefferte Predigt. Nicht schlagen, nicht im Nacken rütteln, - das sind Strafmaßnahmen, die ein Hund überhaupt nicht verknüpfen kann - weder auf frischer Tat, noch sonst irgendwann. Aber zwei, dreimal mit lautem Schimpfen und wirklich STOCKSAUREM Tonfall an die Schulter rempeln, - dabei unbedingt Blickkontakt erzwingen, (notfalls mit einer Hand die Schnauze des Hundes umfassen und den Kopf entsprechend drehen) dem der Hund vermutlich versucht, auszuweichen, weil ihm das in der Situation sehr unangenehm ist, - und dann ohne weiteren Kommentar ab nach Hause und auf den Platz schicken. Wenn er da nicht bleibt, weil er das nicht kennt, dann ruhig mal eine halbe Stunde dort kurz angeleint "festsetzen" und völlig ignorieren.
Lasst euch bitte nicht erzählen, das würde der Hund nicht verstehen oder nicht mit seiner Missetat verknüpfen können. Hunde sind keineswegs so blöde, mechanisch funktionierende Geschöpfe, wie es viele Hundebücher und Hundesachverständige uns so gerne weismachen wollen.
Als Unterstützung für jede Art Erziehungsmaßnahme ist übrigens ein gut erzogener (oder auch mehrere!) Hund (e) wirklich Gold wert.
Alle Hunde, aber vermutlich besonders Meutetreiber wie die Beagles, orientieren sich oft mühelos an anderen Hunden. Sie beobachten wesentlich genauer das Rudelverhalten aller anderen und versuchen sich, daran zu orientieren. Und der Mensch hat dann oft leichtes Spiel und braucht nur noch das erwünschte Verhalten zu loben, was viel erfolgversprechender ist, als falsches Verhalten zu tadeln.
Wie gesagt - ich rechne damit, dass ich auch eines Tages mal den Hund treffen werde, der mir zeigt, dass ich Grenzen habe. Aber bisher habe ich mit dieser Methode wirklich JEDEN Hund so hingekriegt, dass es "mein" Hund wurde.
Gelernt habe ich das übrigens durch die Erziehung einer wunderbaren, selbstsicheren, cleveren und souveränen Hündin, die zwischen 1985 und 1997 mein Leben geteilt hat.
Bisher waren es 9 Hunde, die dauerhaft mein Leben bereichert haben und unzählige Hunde, die nur für einige Wochen oder Monate auf ihrem Weg aus der ungarischen Abdeckerei in ein dauerhaftes Zuhase in Deutschland zu Gast bei uns waren, unter ihnen auch viele Welpen und Junghunde ohne Erziehung, ohne nennenswerte Menschenprägung überhaupt. Und viele von ihnen Dackel/ -mischlinge, Jagdterrier/-mischling(e),Foxterriermischlinge.
Nur zwei Hunde, die wirlklich nicht abgeleint werden konnten: Einer der Foxlmischlinge (der war wirklich sehr selbständig und hätte mir das ganze Ungarnrudel aufgemischt und mit durch das Dorf genommen, das aus 5 Welpen bestand.) Und zum anderen eine alte Kuvaszhündin mit Gesäugetumor, die mit anderen Hunden ganz unverträglich war.
Geändert von Peanuts (19.01.2011 um 16:37 Uhr).
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