Der sogenannte Hündeführerschein soll die Befähigung von Hundehaltern dokumentieren, ihren Hund gefahrlos in alltäglichen Situationen führen zu können.
Er beinhaltet eine praktische und eine theoretische Prüfung.
Der theoretische Teil handelt Basics zu Hundeerziehung und Hundeverhalten ab. Außerdem einiges an rechtlichen Sachen.
Der praktische Teil umfaßt eine Gehorsamkeitsprüfung ebenso wie eine Demonstration, dass sich der Hund in der Stadt problem- und agressionslos führen läßt.
Teile der Gehorsamkeitsprüfung ( ohne Anspruch auf Vollständigkeit ):
- bei Fuß gehen ohne übermäßiges Ziehen
- Sitz!,Platz!,Bleib! an der Leine
- Komm! aus Entfernung
- Platz! aus Entfernung
- Teile müssen auch unter Ablenkung erfolgen
( Unten schreibe ich konkret, was ich alles machen mußte. Sicherlich ist das etwas anschaulicher! )
Der Hundeführerschein wird teilweise unterschiedlich interpretiert und hat teilweise unterschiedliche Konsequenzen. Es gibt hier verschiedene Modelle und einige Bundesländer haben spezifische Hundeführerscheine. In manchen kann man sich so von der generellen Leinpflicht befreien oder man braucht den Hundeführerschein zum Führen eines als gefährlichen Hundes. ( Sei es nach Rasse oder nach "Vorfall" .)
Wie kann dies nun konkret aussehen? Daher hier nun mein kleiner Bericht:
Bei mir bestand die Prüfung aus drei Teilen: Theorie, Gehoramkeitsprüfung und Unterordnung auf dem Platz, Prüfung in der Stadt.
Zur Theorie gibts nicht allzu viel zu sagen, es war eine Prüfung über einige Basics. Keine Doktorarbeit über Hunde oder Verhaltensbiologie.
Auf dem Hundeplatz mußte ich zeigen, dass der Hunde sauber bei Fuß geht. Mehrmals mußte er dabei sitzen oder platz machen. Er mußte dann auch bleiben, während ich wegging und wieder herantrat. Diese Übungen erfolgten teilweise unter Ablenkungen wie fremde Personen in unmittelbarer Nähe oder Katzen in unmittelbarer Nähe. Ferner befanden sich weitere Fremde Personen auf dem Platz. Es wurde auch ein kurzes Ballspiel eingearbeitet. Als besondere Überraschung gab es einen Rollstuhlfahrer und einen Kinderwagen.
All das sollte und mußte der Hund gleichgültig hinnehmen.
Außerdem mußte ich den Hund ablegen und weggehen. Dann aus Entfernung rufen und wieder mühelos "sichern".
Die schwierigsten Übungen für unser Team ( mein Hund und ich ) waren Platz aus Entfernung und das längere Ablegen mit Weggehen, ohne dass das Tier aufstehen durfte.
Der Stadtteil war ein Gruppenteil. Einige Anteile wiederholten sich hier. Erwähenswerte neue Bestandteile waren hier das bei Fuß laufen auch in einer größeren Gruppe von Hunden, das Anbinden und Weggehen auf einem belebten Platz, sodass der Hund seinen Besitzer nicht mehr sehen konnte. Die Übung wurde noch einmal wiederholt, indem ein anderer Hund an dem angebundenem vorbei geführt worden ist.
Ferner hatten wir noch eine Zugeinfahrt im Bahnhof, und diverse Anteile in denen Fremde um den sitzenden oder liegenden Hund "rumturnten".
Ich habe bestimmt einzelne Sachen vergessen zu schildern, aber hoffentlich einen Gesamteindruck vermitteln können. Einige Details der Prüfung sind mir sicherlich auch entgangen. ( Hier fällt mir jetzt ein, wie z.B. eine fremde Person mir die Hand reichte oder jemand vor dem Hund rumwuchtelte und vorbei rannte.

)
Nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung ist die Prüfung jedoch für einen "normalen" Hund bequem machbar.