|
Hundeforum Fan
Registriert seit: 28.12.2010
Beiträge im Hundeforum: 347
|
Leslie vom Haus Schmitteborn, * 03. 11. 2001
Unsere Hündin Leslie, die jüngere unserer beiden alten Mädchen, hat durch eine unerkannte Knochenabsplitterung in der Jugend das linke Ellbogengelenk zerstört und hatte im Lauf des letzten Herbstes/Winters angefangen, sichtbar zu humpeln und Schmerzen beim Aufstehen anzuzeigen.
Wie das so üblich ist, warteten wir zunächst mal eine/zwei Wochen ab, in der Hoffnung, sie hätte sich nur mal "vertreten".
Dann hatte ich zeitgleich ebenfalls gesundheitlich einige Nackenschläge zu verarbeiten, so dass wir uns im Lauf des Winters einfach nur mehr und mehr bewusst wurden, dass mit Leslie "irgendwas" passieren muss, dass es eben nicht mehr von alleine besser wird und so ließen wir sie im Frühling dann bei unserem Tierarzt für problematische Fälle röntgen, der halt auf Grund des Bildes die Diagnose stellte und zunächst
Laut Tierarzt gibt es keine andere chirurgische Möglichkeit, als die Versteifung des Gelenks, denn von den jüngst entwickelten Ellbogengelenksprothesen, so sagte er, sei noch nichts auf dem Markt, das ihn persönlich überzeugt hätte.
Die (versuchsweise) verordnete Therapie mit Carprodyl wiederum überzeugte uns ganz uns gar nicht, auch nicht, nachdem wir die Dosis um die Hälfte erhöhten.
Mein telefonischer Einwand nach wenigen (erfolglosen) Tagen wurde allerdings sinngemäß so beantwortet, dass man dem Mittel auch Gelegenheit geben muss, zu wirken und ebenso dann in der Folge dem Hund auch Gelegenheit geben muss, Muskulatur wieder aufzubauen.....
aber es veränderte sich in den drei Einnahmemonaten NICHTS am Gangbild oder am Verhalten des Hundes.
Ich besprach die Möglichkeiten mit dem behandelnden Arzt und er schlug uns eine Behandlung aller schmerzhaften Gelenke mit Goldimplantaten vor -
von denen jeder von uns sicher schon mal gehört hat.
Ich beschloss, einfach der Erfahrung unseres Arztes zu trauen, denn wenn man versucht, sich vorab zu informieren, bekommt man so viele widersprüchliche Erfahrungen und Ansichten um die Ohren gehauen, dass man als Laie nachher auch nicht schlauer ist, als vorher.
Leslie wurden daher am Freitag, 16. September nach Mittag in jeweils beide Hüft-, Ellenbogen-, Knie-, Schultergelenke, Sprunggelenke, sowie in alle vier Pfotengelenke und in der hinteren Wirbelsäulenhälfte Goldimplantate injiziert. Als wir sie abholten, sah sie natürlich aus, als wäre sie einer Horde Aliens zum Opfer gefallen, die sie zu Versuchszwecken missbraucht hätten.
Und nach einer Nacht mit warmer Wolldecke im Rücken machte sie auch bis Samstag Mittag etwa den Eindruck, als flögen, wenn sie die Augen schließt, immer noch rosa Elefanten um sie herum.
Wir hatten vom Tierarzt die Info, dass es zwischen 4 Tage und 12 Tage dauern kann, in Einzelfällen sogar bis zu drei Monaten, bis man einen Erfolg sehen kann.
Deshalb waren wir 2 Tage nach OP am Sonntag, dem 18. 9. völlig geplättet, als wir sie laufen sahen: SIE HINKT ÜBERHAUPT NICHT MEHR .... o,O ! Sie lag anfangs allerdings immer noch schnell da, - mit der Ausdauer wird es also sicher noch ein bisschen dauern.
Aber mir war die ganzen seitdem vergangenen Tage danach, vor Freude einen Salto nach dem nächsten zu schlagen, - hach, ICH BIN SOOOO FROH, dass wir die OP haben machen lassen!!!
Ich war erst etwas skeptisch, weil ja, wie Yarlung mir schrieb, das Ellenbogengelenk dadurch trotzdem nicht geheilt ist. Und hab das mit dem behandelnden Arzt auch angesprochen, ob man nicht zusätzlich am Gelenk auch noch was machen soll, - aber er sagte, das macht man entweder so oder man macht es anders, aber nicht beides. Und weil er bei der Überprüfung der Triggerpunkte gemerkt hat, dass der andere Ellenbogen und die Hüften auch nicht mehr frei von Arthrosen sind, ist Leslie nun rundherum "vergoldet" worden und schmerzfrei !!! Das ist doch wohl den Preis von 700€ wert, oder ?!
Am 1. und 2. postoperativen Tag habe ich reichlich Fotos von Leslie gemacht und versucht, anhand der Einstichlöcher an den geschorenen Gelenken zu zählen, wieviele dieser ca. reiskorngroßen Gold"nuggets" sie nun auf den Akupunkturpunkten liegen hat - und kam auf eine Zahl zwischen 86 und 90.
Am kommenden Freitag fahren wir zur Nachuntersuchung, - und inzwischen habe ich mich im Netz versucht, schlau zu machen, wie es um die Goldimplantate beim Menschen bestellt ist, da ja die Schultergelenke, die Lendenwirbel meines Mannes und mein rechtes Kniegelenk ach mehr oder weniger wetterabhängige Probleme machen.
Wer Leslie jetzt laufen sieht, muss denken, er hat einen völlig anderen Hund vor sich. Nur gaaanz schwach und wenn man richtig scharf hinschaut, humpelt sie manchmal noch ein wenig auf der linken Vorderpfote, - kein Vergleich mehr zu vorher. Und sie läuft wieder herum, legt sich, steht auf, bewegt sich - und vor allem kam sie während der gesamten ersten Woche wirklich innerhalb einer halben Stunde bis zu 5 mal zu uns gelaufen, stupste uns lächelnd
mit der Nase an, damit wir ihr den geschorenen Rücken ein bisschen mit den Fingernägeln schrubbern - ich hab gemerkt, sie war selbst davon fasziniert, wie schmerzfrei sie auf einmal war. So ein fröhliches Gesuicht haben wir seit Jahren bei ihr nicht mehr gekannt - eigentlich müssten wir uns schämen, dass wir so lange damit gewartet haben, ihr zum Wohlbefinden zu verhelfen!
Momentan bin ich dabei, zu überlegen, ob wir unser anderes altes Mädchen, die Laika nicht auch mal zur Untersuchung der Triggerpunkte mit nach Lindlar nehmen.
Sie humpelt zwar nicht, hat auch sonst keine "Ausfallerscheinungen", obwohl sie bereits Mitte September 10 war,- aber sie ist halt sichtbar ein altes Mädchen und ich würd ihr liebend gerne das Alter noch ein wenig versüßen, wenn das ginge!
Geändert von Peanuts (27.09.2011 um 21:39 Uhr).
|