Hunde-United - Dein Hundeforum
Navigation


 
 
Themen-Optionen

  #1
Alt 02.02.2011, 17:52
Hundeforum Fan
 
Benutzerbild von Dr.House
 
Registriert seit: 19.05.2009
Beiträge im Hundeforum: 135
Der gebrauchte Hund

Zunächst einmal, was ist eingebrauchter Hund ?

Damit möchte ich hier die Hunde bezeichnen, die mindestens schon ein bis zwei (oder auch mehr) Vorbesitzer hatten.



Was haben diese Hunde jetzt schon hinter sich und was haben sie mit ihrem Menschen alles erlebt ?

· als kleiner, niedlicher Welpe kam er weg von der Mutterhündin und seinen Geschwistern zu seinem neuen Menschen

· dann wurde er größer und entsprach auf einmal nicht mehr den Vorstellungen seines Menschen, denn er benahm sich nicht „menschenartig“

· er wurde angeschrieen, hin und her geschuppst und wenn er nicht funktionierte gab´s auch schon was mit der Leine oder einen Fußtritt

· Der Mensch: „der Köter muss weg, der taugt nichts“ und wenn der Weiterverkauf nicht klappt, ja dann gibt’s doch Tierheime oder andere Einrichtungen (die werden sich schon kümmern)

· Der Hund versteht es nicht: er winselt und jammert und kuschelt sich unter diesen Menschen, der ihn da tritt und möchte doch nur gefallen.

· Es wird dem Hund irgendwann mal zu schlimm, da wehrt er sich und flätscht (aus Verzweiflung) zunächst erst mal die Zähne

· Da der Mensch diese Warnsignale nicht versteht, gibt’s jetzt richtig massive Strafen, denn so geht es ja nun wirklich nicht, jetzt beißt dieser Köter auch noch.

· Endlich, geschafft jetzt sitzt dieser Hund im Tierheim oder gar bei anderen Menschen, der ihn beherrschen und spüren lassen wird, wer hier Chef ist.

· So ein Unglück für den armen Hund, bei diesem Menschen kommt er „vom Regen in die Traufe“ Stachelhalsband und Teletakt werden benutzt, denn „das Biest“ muss sich doch unterordnen.

· Der eine Hund zerbricht und gibt auf und kuscht nur noch vor diesen Menschen, dann kann er ja vielleicht bleiben und überlebt das Ganze irgendwie

· Der andere Hund reagiert aber ganz anders, er wehrt sich und beißt jetzt richtig zu, da Mensch ihn mal wieder enttäuscht und nicht versteht.

· Usw. usw. usw. es gibt noch viel Schlimmeres was Hunde bei Menschen alles erleben können.

· Der Hund hat so arg gebissen, der muss weg von dieser Welt ! was bleibt ist der Gang zum Tierarzt Ergebnis: „Euthansie“ Dieser Hund braucht sich nicht mehr über den Menschen wundern und ärgern, denn jetzt ist er im Hundeparadies, da sind alle vor bösen Menschen geschützt, denn da oben sind nur die Guten und liebe Artgenossen.

· Der andere Hund (hat sich nur gewährt) landet in einem Tierheim oder in einer anderen Station, wo seine Geschichte bekannt ist und er nun durch diese Menschen (Betreuermenschen oder Bezugspersonen) Hilfe auf ein geeignetes zu Hause bekommen soll, denn er ist jetzt leider ein gebrauchter Hund





· dann gibt es noch den Hund, der es sehr gut hatte, vom Welpenalter an bei Menschen, die super mit ihm umgegangen sind und alles war einfach nur toll.

· Bis eines Tages das Schicksal sein Leben veränderte, weil der gute Mensch schwer erkrankte oder verstarb oder durch Scheidung oder aus beruflichen Gründen den Hund nicht mehr halten konnte.

· Ein schlimmes Los für diesen Hund, wenn dann „die falschen Menschen“ diesen Hund zu sich nahmen (die schöne Zeit ist nun leider vorbei)

· Letztendlich, der Hund war nun nicht mehr für diesen Menschen geeignet und auch dieser Hund kam ins Tierheim (oder TA) oder in eine dafür kompetente andere Einrichtung.



Was passiert nun mit solchen armen Hunden, die vom Menschen weg gegeben werden ?

· Wenn sie noch ein wenig Glück haben, dann treffen sie auf Menschen, die sich mit solchen Hunden auskennen und versuchen, diesen Hund wieder auf sein neues Leben vorzubereiten.

· Es werden Paten und erfahrene Betreuerpersonen, sowie Gassigeher gesucht, damit der arme Hund nun nicht nur im Zwinger (Knast) ewig leben muss.

· Und wieder muss der Hund alle diese Dinge verarbeiten und neues Vertrauen aufbauen und diesen Menschen seine Treue und Liebe schenken.



Jetzt versuchen die Betreuerpersonen oder Menschen der Tierheime oder anderer Einrichtungen diese Hunde wieder „gebrauchsfähig“ zu machen !

Der Hund muss wieder neu lernen und wieder Vertrauen aufbauen und mit dem
Übergang – Zwingerleben fertig werden.

Wenn dieser Hund entsprechend Glück hat, kann er sogar am Hundeschulenunterricht teilnehmen und sich an seine Betreuerperson binden.



· Alles läuft wieder einigermaßen rund und er Hund findet sich mit dieser Situation ab, denn die Betreuerperson versteht ihn und alles scheint erst einmal in Ordnung zu sein.

· Aber wie soll es nun weiter gehen ??????????????????????????????????



Diese armen Hundeseelen brauchen alle wieder ein richtig schönes, passendes neues zu Hause !

Jetzt werden Menschen gesucht, die zu diesen Hunden passen könnten und die sich die Mühe geben sollten, seine Vergangenheit zu akzeptieren und ihn entsprechend liebevoll in ein neues (hoffentlich letztmals) schönes zu Hause geben.



Doch was erwarten diese Menschen, die sich einen „Gebrauchten“ zu sich holen ???









Was erwarten solche Menschen von diesen Hunden ?



1. der Hund muss zu ihnen passen und er muss dem Menschen gefallen.

2. Der Hund sollte gut gehorchen, nicht an der Leine ziehen und natürlich im Wesen in Ordnung sein.

3. Er darf nicht knurren oder gar beißen, denn dann ist er für diese Gesellschaft nicht zu gebrauchen

4. Solche Hunde, egal welche Erlebnisse sie hatten, müssen einfach funktionieren und völlig problemlos sein.

5. er sollte nicht wildern, keine Autos, Jogger oder Menschen jagen, oder – oder – oder keine anderen Macken haben.

6. Dann sollte dieser Hund nicht mit Artgenossen streiten oder gar raufen, nein er soll mit Allen spielen und nicht auffällig sein.

7. Natürlich und selbstverständlich, kerngesund und entwurmt, sowie ordentlich geimpft und gechipt sein.

8. er muss als rangniedrigstes Mitglied sich der Rudelfamilie Mensch bedingungslos anpassen, sonst ist er nicht brauchbar

9. er muss seine Erlebnisse, seine Vergangenheit vergessen und sich entsprechend anpassen, damit der Mensch mit ihm zufrieden und glücklich ist.

10. Wenn er Probleme macht, dann kann er natürlich nicht bleiben, dann passt dieser Hund nicht in das Vorstellungsbild dieser Menschen, die ihn zwar für sich ausgesucht haben, aber selten bereit sind sich auf die Probleme dieser Hunde einzustellen.

11. Was passiert dann, dieser Hund wird wieder weiter veräußert oder an die dafür ja zuständige Einrichtung zurück gegeben oder der letzte Gang zum TA.

12. oder schlimmsten Falls werden solche Hunde einfach ausgesetzt und somit entsprechend entsorgt; sollen sich doch andere kümmern (ach ja der Chip wird natürlich entfernt)



Und wie fühlen dann diese Hunde ?

· die Hunde sind erst einmal misstrauisch

· die Hunde sind erst mal vorsichtig und verhalten sicher unsicher oder sogar ängstlich

· die Hunde wehren sich, wenn alte negative Erinnerungen sich bei diesen neuen Menschen wiederholen.

· Also sind es schlechte Hunde, denn sie funktionieren nicht, wie es sich diese Menschen erhoffen und wünschen





Oder gibt es doch noch Menschen, die anders sind ?

· gibt es Menschen, die all´ diese genannten Probleme kennen

· die solchen Hunden eine faire, liebevolle Chance geben

· die nicht gleich bei den ersten aufkommenden Problemen aufgeben und sich schnell wieder von diesen Hunden trennen

· die kompetente Hilfe in Anspruch nehmen und versierte Einrichtungen, Hundevereine oder Hundeschulen aufsuchen, um es mit dem Hund schaffen

· Gibt es wirklich noch Menschen, die sich einen „Gebrauchten“ holen und egal was da auf sie zukommt, zu diesem Hund halten, weil sie wissen, das es irgendwann auch mit diesen Hunden durchaus schön sein kann



Ja liebe Tier- und Hundefreunde, wenn es solche Menschen wirklich gibt, dann haben auch alle Tierheimhunde, Nothunde und andere vom Menschen abgeschobenen Hunde tatsächlich noch eine Chance auf ein gutes Leben !



Solche Menschen werden gesucht, doch wo sind sie ?
Dr.House ist offline  
  #2
Alt 02.02.2011, 23:19
Hundeforum Fan
 
Benutzerbild von Peanuts
 
Registriert seit: 28.12.2010
Ort: Gummersbach
Beiträge im Hundeforum: 347
Punkt 7 möchte ich noch vervollständigen, Dr. House.
Der Hund sollte nicht nur kerngesund und entwurmt, sowie ordentlich geimpft und gechipt sein, sondern nach Möglichkeit auch am besten noch gratis. Oder so preiswert wie möglich, wenn denn schon eine Schutzgebühr zu zahlen ist.
Schließlich ist man ja schon bereit, ihm ein neues Zuhause zu bieten (vorausgesetzt, er wird allen Anforderungen gerecht), da können die im Tierheim (oder wo auch immer der Hund herkommt) froh sein, einen Kostgänger weniger zu haben, nicht wahr.

Ich möchte eine Lanze für die Tierheime brechen. So sehr schlecht haben es die Hunde dort oft gar nicht.
Sicher, sie leben in ständig wechselndem Rudel, sind immer wieder dem Stress der Revier- und Rang-Auseinandersetzung ausgesetzt.
Und es gibt wenig Chancen auf eine wirklich individuelle Förderung dort.
Aber sie bekommen dort regelmäßig und ausreichend zu fressen und zu trinken, niemand schlägt, tritt oder misshandelt sie anderweitig - und das ist schon mal ein bisschen mehr, als viele Hunde in ihrem richtigen Zuhause haben.

Im Tierheim gibt es immerhin Leute, die dort sind, weil sie die Tiere lieben und sich um sie kümmern wollen - auch wenn viele von ihnen leider die "Macke" haben, dass sie Tiere bevorzugen, weil sie mit Menschen ein Problem haben. (Tiere stellen keine Erwartungen und geben keine Widerworte. Sie lieben einen auch dann, wenn man keine sauberen Klamotten anhat, wenn man ein Alkohol- oder Drogenproblem hat, wenn die Wohnung daheim aussieht wie Sau...und und und)

Es gibt meist mehr oder weniger viele Ehrenamtler, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit den Hunden spazieren zu gehen, zur Hundeschule zu gehen, ihnen Spezialfutter spendieren, wenn es ein Allergikertier ist.
Und in vielen Tierheimen erleben die Hunde und Katzen auch liebevolle Fellpflege, sowie tierärtztliche Versorgung - und das ist auch mehr, als der Bordercollie des Schäfers bekommt oder der Wachhund im Hinterhof der Autowerkstatt, der dort Sommer wie Winter tagsüber an der Kette liegt und nachts frei herumlaufen "darf".

Viele Leute regen sich drüber auf, wenn die Tierheime mit der Vergabe ihrer Insassen so streng vorgehen, wenn sie Vor- und Nachkontrollen machen und den Interessenten erst mal kennen lernen wollen, ehe sie ihm ein Tier anvertrauen. Denn gerade die Tiere dort sind fast immer so genannte "Wanderpokale". Hunde, die falsch oder garnicht erzogen und dann entsorgt wurden, Hunde mit Vergangenheit, mit Macken.

Auch die Tierheimverantwortlichen schauen den Menschen nur vor den Kopf und die Kriterien, nach denen vermittelt wird, sind auch leider nicht immer perfekt oder auch nur nachvollziehbar.
Ich kenne ein paar Leute, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gerade alte, vermurkste, resignierte Hunde bei sich aufzunehmen, ihnen Vertrauen in die Menschheit wiedergeben, sie umzuerziehen, wo es möglich ist (ggf. mit Hilfe einer Hundeschule), und sie so akzeptieren wie sie sind, wo eine Umerziehung nicht möglich ist.
Die Leute, von denen ich rede, würden unter keinen Umständen eines der Tiere wieder abschieben, weil's grad irgendwie nicht passt.

Sicher, gerade bei jungen Menschen ändern sich die Lebensumstände oft gravierend.
Aber für ein Tier kann man sich ja auch eine Wohnung, einen Arbeitsplatz, einen Partner suchen, der es erlaubt, das Tier trotzdem zu behalten.
Das ist meine Meinung.

Es gibt Menschen, für die das Leben mit einem Tier Verantwortung bedeutet und nicht nur "having fun".
Es gibt Menschen, für die Leben mit einem Tier LEBENSLÄNGLICH bedeutet und nicht nur, solange es gut läuft.

Vielleicht gehört ein gewisser Reifeprozess dazu, die Menschen zum umdenken zu bewegen.
Die Meschen, die den Reifeprozess erfolgreich hinter sich gebracht haben, müssen einfach versuchen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und all denen, für die ein Hund nur dann perfekt ist, wenn er problemlos zu handhaben ist, immer wieder den Spiegel vorzuhalten, Hilfestellung zu geben und bewusst zu machen, dass der perfekte Hund seinerseits erst mal einen perfekten Halter voraussetzt.
Einen, der genauso wie der Hund bereit ist, alles für sein Herrchen zu tun und es zu lieben, wie es ist, bereit sein muss, seinem Hund die gleiche ehre zu erweisen.
Peanuts ist offline  
 

Stichworte
gebrauchter hund
Themen-Optionen


Benutzer, die diese Seite fanden, suchten u.a. nach:
Suchwolke

der gebrauchte hund

gebrauchte hunde

gebrauchter hund

gebrauchter hundezwinger


Alle Zeitangaben im Hunde Forum in WEZ +1. Es ist jetzt 03:18 Uhr.
Powered by vBulletin®
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO ©2011, Crawlability, Inc.
Hunde-United.com ist das komplett kostenlose Hundeforum von Boards-United.com